Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle betont die Chancen für Schüler durch die Kooperation von Haupt- und Realschule

Offenbar hat der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband die Inhalte des Modellversuchs zur Kooperation von Haupt- und Realschule nicht richtig wahrgenommen. Denn der Verband hat die Chancen, die sich für die Schülerinnen und Schüler individuell durch den Modellversuch ergeben, nicht erkannt oder nicht erkennen können.

22.04.2009 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Erstaunlich sei die Tatsache, dass der BLLV bereits vier Wochen vor Ende des Bewerbungsschlusses die Ergebnisse der Projektbewerbungen zu kennen scheint.

Ziel des Modellversuchs ist die Verbesserung der Durchlässigkeit für die einzelnen Schülerinnen und Schüler. "Wir wollen den Schüler mehr Wege bahnen und Türe öffnen, ihre Talente bestmöglich zu entfalten", betonte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle heute in München. Der Versuche eröffnen organisatorisch den Schülern neue Möglichkeiten und setze auf die Zusammenarbeit aller beteiligten: der Sachaufwandsträger, der Schulleiter und der Eltern.

Der BLLV hat auch nicht erkannt, dass das Modellprojekt der Kooperation von Haupt- und Realschule nicht in erster Linie dazu dient, Hauptschulen zu erhalten. Um ein zukunftsfähiges, wohnortnahes und anspruchsvolles Bildungsangebot in den Landkreisen zu erarbeiten und zu entwickeln, wird der Kultusminister Dialogforen einrichten. An diesen werden alle Personen und Einrichtungen beteiligt, die Schule mit gestalten und die Schulfamilie bilden.

Das zentrale Instrument zur Sicherung der Hauptschule sind strategische Schulverbünde, die im Rahmen der Dialogforen gestaltet werden. Der Vorwurf des BLLV, die Interessen der Region würden bei den Planungen der Kultusministeriums nicht passgenau berücksichtigt, weist Minister Spaenle nachdrücklich zurück: "Mit dem Dialogforum schaffen wir sogar eine Plattform, mit der alle am Schulleben vor Ort beteiligten Kräfte in die Schulentwicklung einbinden."

Bewerbungen für Kooperationsmodelle bis zum 26. Mai

"Wir erwarten gespannt die kreativen und standortbezogenen Vorschläge aus dem ganzen Land", so Kultusminister Spaenle. Er ergänzte: "Die verbesserte Durchlässigkeit zugunsten der Schüler geht strategisch Hand in Hand mit dem Erhalt der Selbständigkeit der beteiligten Haupt- und Realschulen." Die Bewerbungsfrist für die Modellversuche endet am 26. Mai. Danach wird zügig über die Standorte der Modellversuche entschieden werden. Im Rahmen des Modellversuchs wird es weder eine neue Schulart noch eine Verschmelzung der bestehenden erfolgreichen Schularten geben.

BLLV will nicht alle Beteiligten ins Boot holen

Für das Kultusministerium ist eine Mitsprache von Sachaufwandsträgern, Schulleitern und Eltern der beteiligten Schulen bei dem Modellversuch unverzichtbar. Der BLLV-Vorsitzende und der vom BLLV eingesetzte Berater Dr. Ernst Rösner lehnt diesen demokratischen Ansatz heute bei der PK an. "Hier sehe ich die Aufgabe für den BLLV, die Beteiligten mit ihren unterschiedlichen Interessen ernst zu nehmen", so Minister Spaenle abschließend.


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