Bayern

Bayerns Kultusminister Spaenle begrüßt Hessens Vorstoß zugunsten eines Islamunterrichts in staatlicher Verantwortung

Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle hat den Vorstoß des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, für muslimische Kinder einen Islamunterricht in staatlicher Verantwortung anzubieten, begrüßt. In Bayern wird "Islamischer Unterricht in deutscher Sprache" seit dem Schuljahr 2009/2010 im Rahmen eines Modellversuchs für fünf Jahre an allgemeinbildenden Schulen erprobt.

28.09.2010 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Wir müssen die muslimischen Kinder dabei begleiten, eine Heimat in der Mitte der Gesellschaft zu finden und zu behalten", so Minister Spaenle, der gegenwärtig auch Präsident der Kultusministerkonferenz ist. Dazu dient ein Lehrplan, der neben den religiösen Inhalten die Werte der bundesdeutschen und bayerischen Verfassungsordnung einbindet. Die Chancen liegen darin, dass der Islamunterricht so an einer staatlichen Schule durch staatlich bestellte Lehrkräfte auf dem Boden der Bayerischen Verfassung stattfindet und so einen Beitrag zur Integration darstellt. Wenn islamische Unterweisung allerdings von den Koranschulen betrieben werde, bestehe die Gefahr, die jungen Menschen von vornherein stärker in einer Sondergesellschaft zu beheimaten. "Diesen Tendenzen müssen wir uns entgegenstemmen und selbst ein Angebot schaffen", zeigt der Minister die Zielrichtung auf.

Im Schuljahr 2009/2010 haben an dem Modellversuch 242 Grund- und Hauptschulen, sechs Realschulen, eine Wirtschaftsschule und ein Gymnasium teilgenommen. Der Versuch wird im laufenden Schuljahr 2010/2011 fortgesetzt.

Rund 111.000 junge Muslime besuchen gegenwärtig Bayerns Schulen. Der Islamische Unterricht in Bayern ist kein konfessioneller Unterricht im Rechtssinne. Er unterstützt die jungen Menschen dabei, sich der Inhalte Ihrer Religion zu vergewissern. Eltern und Organisationen, in denen sich die Migranten selbst organisieren, begleiten den Modellversuch von Anfang an.


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