Bayerns Lehrerbildung verliert den Anschluss
Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Klaus Wenzel, hat die Lehrerausbildung für Grund-, Haupt- und Realschulen in Bayern scharf kritisiert: "Bayerns Lehrernachwuchs wird abgehängt. Was die Ausbildung an den neun bayerischen Universitäten betrifft, droht dem Standort Bayern Gefahr."
11.11.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.In den meisten deutschen Bundesländern wurde im Zuge des Bologna-Prozesses das Lehramtsstudium für diese Schularten auf acht bis zehn Semester angehoben. Das Land Bayern jedoch blieb bei sieben Semestern, womit ein Masterabschluss nicht möglich ist. In anderen Bundesländern Deutschlands können Studienabsolventen im Grund-, Haupt- und Realschulbereich den Titel "Master of Education" erwerben, während dies in Bayern nicht möglich ist. Das Staatsexamen stellt für sie die höchst mögliche Qualifikation dar. Der "Bachelor of Education" kann als Titel zwar erworben werden, für die Einstellung in den Schuldienst spielt er jedoch keine Rolle.
Die Kultusministerkonferenz hatte im Juni beschlossen, dass nach einer Mindeststudienzeit von acht Semestern der Master mit 300 Credits (das entspricht einer Studienzeit von zehn Semestern) unter Einbeziehung des Vorbereitungsdienstes der Lehramtsanwärter erworben werden kann. Bis auf Baden Württemberg und Bayern ermöglichen alle anderen Bundesländer angehenden Grund-, Haupt- und Realschullehrern einen Masterabschluss, der international anerkannt und wettbewerbsfähig ist. "Die bayerische Lehrerbildung verliert auf nationaler und internationaler Ebene den Anschluss. Bislang war Bayern in der Lehrerbildung führend, künftig jedoch werden Studierende für das Lehramt an Grund-, Haupt- oder Realschulen in Bayern deutlich im Nachteil sein", kritisierte Wenzel. Die Anforderungen an Lehrerinnen und Lehrer steigen ständig. Sie müssen deshalb sorgfältig auf ihre beruflichen Aufgaben vorbereitet werden. Die Bundesländer, die die Studienzeiten für diese Lehrämter verlängert haben, tragen dieser Entwicklung Rechnung und haben verstanden, wie wichtig eine solide und umfassende Lehrerbildung für alle Schularten für den Bildungsstandort Deutschland ist. "Die Gefahr ist groß, dass Bayern in Bildungsfragen Schlusslicht wird", erklärte der BLLV-Präsident.
"Es gibt keine wissenschaftliche Begründung für eine unterschiedliche Studiendauer einzelner Lehrämter", erklärte de BLLV-Präsident. Lehrer/innen müssen in der Lage sein, komplexe fachliche Inhalte auf verschiedene Niveaus herunter zu brechen, um sie so altersgerecht mit Schülern bearbeiten zu können. Die Position des BLLV ist eindeutig: "Wir fordern den Masterabschluss für alle Lehrer als Ergänzung zum Staatsexamen." Nur so kann auch die Lehrerbildung in Bayern den Anforderungen der Schule im 21. Jahrhundert gerecht werden und auf nationaler und internationaler Ebene wettbewerbsfähig bleiben."
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