Berufsschullehrer werfen Kultusministerium Täuschung der Öffentlichkeit und der Lehrerschaft vor
Entgegen allen Beteuerungen hat das Kultusministerium mit der Streichung und Sperrung von Lehrerstellen bereits begonnen und damit die Öffentlichkeit und die Lehrerschaft bewusst getäuscht, erklärte die Vorsitzende des Berufsschullehrerverbandes (BLV) Margarete Schaefer am Mittwoch (11.07.12) in Stuttgart.
12.07.2012 Pressemeldung Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg"Alle freiwerdenden Stellen bleiben im System", so hat Kultusministerin Warminski-Leitheußer noch vor wenigen Tagen erklärt und gegenteilige Befürchtungen zu zerstreuen versucht. Nun wird die Katze aus dem Sack gelassen: Allein im Bereich der beruflichen Schulen hat das Kultusministerium ca. 190 Stellen gesperrt und das bei bestehenden Unterrichtsdefiziten von ca. 4 % und einer weiter gestiegenen Überstundenbugwelle von nunmehr über 2.000 Deputaten. Dabei ist im jetzt zu Ende gehenden Schuljahr die Überstundenbugwelle um weitere 200 volle Deputate angewachsen. Wenn jetzt die Beruflichen Schulen z. B. für sicherlich begrüßenswerte bildungspolitische Maßnahmen im allgemein bildenden Schulwesen wie "Singen – Bewegen – Sprechen" 25 Stellen abgeben müssen, dann könne man durchaus von einer gravierenden Benachteiligung der beruflichen Bildung in Baden-Württemberg sprechen.
Es zeichne sich ab, dass mit rigiden Steuerungsmaßnahmen das Bildungsangebot auf dem flachen Lande eingeschränkt werden soll, um Lehrerstellen zu sparen. Ein wohn- und betriebsnahes Berufsschulangebot sei aber für die Jugendlichen in der beruflichen Bildung, aber auch für die ausbildende Wirtschaft unabdingbar. Wenn die Politik über einen Fachkräftemangel lamentiert, dürfe das Land nicht auch noch zu dessen Verschärfung beitragen, so BLV-Vorsitzende Schaefer.
Erneut erinnerte BLV-Vorsitzende Schaefer die heutigen Regierungsfraktionen an ihr Minderheiten-Votum in der Enquete-Kommission kurz vor der Landtagswahl. Hier beantragten SPD und Grüne, im Bereich der beruflichen Schulen in den nächsten drei Jahren jährlich 400 zusätzliche Lehrerstellen zu schaffen. Jetzt werden im Gegenteil Stellen gesperrt und Stellenstreichungen angekündigt. Dadurch erzeugt man Politikverdrossenheit. Der Frust unter der Lehrerschaft an beruflichen Schulen über dieses Verhalten sei riesig. Mit einer chronischen Unterversorgung der beruflichen Schulen und damit auch der beruflichen Bildung gefährde man auch den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg, so BLV-Vorsitzende Schaefer abschließend.
An den beruflichen Schulen werden im laufenden Schuljahr landesweit rund 362.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.
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Der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg e.V. (Berufsschullehrerverband) vertritt in Baden-Württemberg über 10.000 Lehrerinnen und Lehrer.
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