Berufswahlpass an 132 hessischen Schulen eingeführt

Den neuen Berufswahlpass haben heute die Arbeitsgemeinschaften hessischer Industrie- und Handelskammern sowie der Hessischen Handwerkskammern, die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände und Hessens Kultusministerin Karin Wolff der Presse in Wiesbaden vorgestellt. Dieser wird im laufenden Schuljahr an 132 hessischen Schulen eingeführt, die insgesamt über 15.000 Berufswahlpässe bestellt haben. Zum Begleiten des Projekts werden seit Februar 2006 landesweit 26 Multiplikatoren qualifiziert.

17.11.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

"Der Berufswahlpass ist ein aktiver Baustein der Berufsorientierung. Um Schülerinnen und Schüler auf dem Weg in ihre berufliche Zukunft zu begleiten, müssen sich alle Beteiligten kontinuierlich engagieren", sagte Kultusministerin Karin Wolff: "Der Pass dient als Grundlage, damit Jugendliche lernen, selbstständig und eigenverantwortlich den Weg der Berufsorientierung zu beschreiben und diesen zu dokumentieren. Damit werden 38 Prozent aller Schülerinnen und Schüler der achten Hauptschulklassen sowie der neunten Klassen an Real- und integrierten Gesamtschulen in Hessen mit solchen Ordnern ausgestattet sein."

Die Berufsorientierung mit Hilfe des Passes sei ein zentrales Instrument zum Gestalten des Übergangs von Schule und Beruf, betonte Karin Wolff. Die gemeinsame hessische Initiative der Kombination von Berufswahlpass des Kultusministeriums und "Berufswahl aktiv" der Wirtschaft (www.berufswahl-aktiv.de) sei in Deutschland einzigartig. Mittelfristig möchte die Ministerin den Berufswahlpass an allen weiterführenden Schulen landesweit einführen.

Der Berufswahlpass www.berufswahlpass.de gliedert sich in vier Teile:

  1. Unter Angebote zur Berufsorientierung stellt die Schule ihr Schulprogramm zur Berufsorientierung vor.
  2. Mein Weg zur Berufswahl wird von den Schülerinnen und Schüler beschrieben und soll zu einer überlegten und nachvollziehbaren Berufsentscheidung führen.
  3. Hinzu kommt eine Dokumentation des eigenen Bildungsgangs.
  4. Im Lebensordner kann ferner die allgemeine Lebensplanung dokumentiert werden.

"Die Investition in dieses bundesweit einmalige Projekt hat sich gelohnt. Wir haben damit in einer wichtigen Phase der Schüler das Berufsleben zum integrativen Bestandteil des Schulunterrichts gemacht und den Übergang zwischen Schule und Beruf erleichtert", fasste Frank Albrecht, Mitglied des Präsidiums der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), zusammen. Durch Zusammenführung der curricularen Konzepte der Schulen mit dem Berufswahlpass der hessischen Wirtschaft sei ein Modell entstanden, das Schüler durch die letzten beiden Schuljahre bei der Berufsorientierung begleite und Hinweise gebe, welche Bausteine genutzt werden können. Ausbildungsunternehmen könnten sich neben den Schulnoten sehr schnell einen Überblick verschaffen, ob ein Schüler Eigeninitiativen entwickelt hat. Der Berufswahlpass habe aber auch gezeigt, "dass wir Initiativen der Wirtschaft und die Entwicklungsarbeit des Kultusministeriums und der Schulen zum gegenseitigen Nutzen zusammenführen könnten. Dies sollte in Zukunft Schule machen."

Wolfgang Forell, Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, sieht in der Einführung des Passes ein Instrument zur Förderung der Selbstverantwortung der Schülerinnen und Schüler: "Er ist eine wichtige Hilfe zur individuellen Berufswegplanung. Bei der Berufsberatung wird der Berufswahlpass zur Dokumentation von Beratungsgesprächen, eines Besuchs im Berufs-Informations-Zentrum oder der Teilnahme an einem Eignungstest genutzt."

"Wie wichtig eine gute berufliche Orientierung ist, wird deutlich, wenn man sich klar macht, wie stark sich unsere Bildungssysteme in den letzten Jahren verändert haben", sagte Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der IHK Darmstadt, für die Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern: "Mehr als 30 neue beziehungsweise modernisierte Berufe in den vergangenen drei Jahren zeigen die Dynamik auf der inhaltlich-fachlichen Ebene. Jugendliche müssen sich deswegen frühzeitig und intensiv informieren. Der Berufswahlpass unterstützt diesen Prozess sinnvoll."

Für das hessische Handwerk begrüßte Harald Brandes, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern (ARGE), die Einführung des Berufswahlpasses: "Wichtigstes Element ist die feste Verankerung der Berufsorientierung im Unterricht von allgemein bildenden Schulen. Damit wird der Berufswahlpass zum Bestandteil eines Berufsorientierungskonzepts, in das Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Betriebe eingebunden sind. Das Handwerk hofft, dass der Berufswahlpass von vielen Jugendlichen als Dokumentation von Erfahrungen und Aktivitäten, die zur Arbeitswelt hinführen, genutzt wird."


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