Bestandsgarantie für wohnortnahe Schule

Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, hat beim 5. Schulpolitischen Starkbieranstich des BLLV im niederbayerischen Unterglaim eine Bestandsgarantie für wohnortnahe Schulangebote gefordert. "Die bayerische Staatsregierung und das Kultusministerium müssen jetzt Farbe bekennen", erklärte Wenzel. "Ministerpräsident Beckstein und Kultusminister Schneider können nicht einerseits von der Stärkung der Hauptschule sprechen und andererseits diese Schulart auslöschen."

15.02.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Seit 1991 wurden fast 700 wohnortnahe Hauptschulen geschlossen. Der BLLV fordert, dass eine Bestandsgarantie für die 996 bestehenden Hauptschulen gegeben wird. "Schulschließungen schwächen Gemeinden kulturell und wirtschaftlich", betonte Wenzel. "Deshalb müssen pragmatische Lösungen zum Erhalt wohnortnaher Schulen im Vordergrund stehen. Mit dem Festhalten an bestimmten Schulstrukturen ist niemandem gedient."

Schülertransporte verschlingen jetzt schon pro Jahr rund 300 bis 400 Millionen Euro. Hinzu kommt, dass zahlreiche Realschulen für teures Geld ausgebaut werden müssen - gleichzeitig stehen viele renovierte Hauptschulgebäude leer. Wenzel: "Die Gelder müssen endlich für bessere Bildung ausgegeben werden, anstatt für Baufirmen und Busunternehmen."

Das von BLLV-Experten erarbeitete Konzept der Regionalen Schulentwicklung (RSE) ermöglicht passgenaue und regional angemessene Konzepte. Ziel ist es, ein attraktives und wohnortnahes schulisches Angebot zu schaffen, das allen Schülerinnen und Schülern beste Bildungschancen eröffnet. Attraktive Schulen binden Schülerinnen und Schüler an den Ort. Wenzel betonte: "Die Regionale Schulentwicklung kann auch eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschule bedeuten - muss es aber nicht. Grundsätzlich muss alles möglich sein, was der Gemeinde dienlich ist und den Bedürfnissen der Schüler, Eltern und Lehrer entgegenkommt."

Die Ausgangslage der Gemeinden ist unterschiedlich. Einheitsmodelle sind auf Dauer keine gute Lösung, weil sie den Ansprüchen einzelner Gemeinden nicht gerecht werden. Deshalb ist es erforderlich, Kompetenzen vor Ort zu stärken und Entscheidungsbefugnisse an die unmittelbar Betroffenen zu verlagern. Ein "regionaler Schulausschuss", der aus Kommunalpolitikern, Eltern, Vertretern der lokalen Wirtschaft, Lehrern und Schulaufsicht bestehen kann, sollte auch über die äußere und innere Organisation befinden. Lehrerinnen und Lehrer entscheiden über Lehrpläne und Fragen der inneren Organisation. Die Vorteile liegen in den finanziellen, räumlichen und personellen Synergie-Effekten.

Derzeit haben bereits rund 400 Kommunen beim BLLV Interesse an der Regionale Schulentwicklung bekundet. "Das ist ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass der Handlungsdruck enorm und der Bedarf an neuen Wegen groß ist", erklärte Wenzel.


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