BEV kann trotz Euphorie des Kultusministers keine Paradigmenwechsel in der bayerischen Schulpolitik erkennen.
"Die Freude über die Nachricht aus dem Kultusministerium wird sich bei vielen Hauptschulleitern und –Leiterinnen in Grenzen halten", so die Überzeugung des Bayerischen Elternverbands. "Die lange geforderte Freiheit haben sich viele Rektoren anders vorgestellt."
30.05.2009 Pressemeldung Bayerischer ElternverbandDie Verantwortung für die Entwicklung der Hauptschulen will das Kultusministerium nun dorthin übertragen, wo sie stattfindet. Wo aber keine Entwicklung möglich ist, weil die Staatsregierung vehement am getrennten Unterricht über die Schularten festhält, werden Schulschließungen unumgänglich. "Da steckt man noch schnell, bevor das letzte Mal die Schulglocke geschlagen hat, den Schulleitungen den "Schwarzen Peter" zu", sagt Heike Hein, Landesvorsitzende des Bayerischen Elternverbands.
Aufgrund rückläufiger Schülerzahlen stecken viele Hauptschulen in der Misere und könnten ihre Schulstandorte mit Einrichtung eines Realschulzweiges halten. Doch das will die bayerische Staatsregierung partout nicht, obwohl sie damit gleichzeitig Realschülern am Wohnort sehr weite Wege in die Städte ersparen könnte. "Kindgerecht ist das nicht", beklagt der BEV.
Als katastrophal bezeichnet die Vorsitzende Hein die gleichbleibende Budgetierung von Schulstunden und Lehrern, die die Hauptschulrektoren nun eigenverantwortlich mit viel Organisationstalent regeln sollen. Dieses soll innerhalb größerer Schulverbünde geschehen, die nun möglich sind, weil der Kultusminister die Sprengelgrenzen, sogar über die Landkreisgrenzen hinaus, aufheben will.
"Konkurrenzkämpfe der Schulen untereinander werden so verschärft und die Rettung von wohnortnahen Schulstandorten, bleibt für viele weiterhin eine Fata Morgana", macht Heike Hein deutlich.
Die Senkung der Mindestzahl von Schülern in einer Hauptschulklasse wird das Hauptschulsterben allenfalls ein wenig hinauszögern. Bisher galt hier die Zahl von fünfzehn Schülern, nun soll auch ein Unterricht von fünf Schülern möglich sein. Bei gleichbleibender Budgetierung geht das aber nur in der Theorie, rechnen die Elternvertreter aller Schularten vor.
In vielen bayerischen Gemeinden gibt es schon lange Arbeitskreise, die den Dialogforen des Kultusministeriums sehr ähneln. Anstatt das Rad neu zu erfinden, müssen diese Arbeitskreise endlich mit Rechten ausgestattet werden. Denn auch ohne Moderatoren der Regierung haben diese längst pragmatische Lösungen ausgearbeitet.
Der bayerische Elternverband fordert die Staatsregierung auf, die behauptet, Bildung in Bayern habe höchste Priorität, endlich gemeinsamen Unterricht von Haupt- und Realschülern zuzulassen.
Sonst sind höchstens die Busunternehmer die Gewinner, aber bestimmt nicht die Kinder.
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