"Bildung ist die beste Medizin gegen HIV"

(bikl) "Bildung ist die beste Medizin gegen HIV." Mit diesen Worten umriss heute in Berlin der Präsident der Weltlehrerorganisation Education International (EI), Thulas Nxesi aus Südafrika, die Bedeutung von Bildung und Erziehung. Im Juli werden sich in der Bundeshauptstadt mehr als 2000 Pädagogen des Weltlehrerverbands unter dem Motto "Pädagogen – gemeinsam für eine Bildung von hoher Qualität und sozialer Gerechtigkeit" treffen.

26.03.2007 Artikel

Der Weltlehrerverband, 1993 in Stockholm gegründet, setzt sich für eine gute öffentliche Bildung für jedes Kind, für angemessene Arbeitsbedingungen in jeder Schule und für die Achtung der Rechte von Lehrern und Schülern ein. Noch immer haben weltweit viele Kinder keine Chance auf Bildung und müssen Lehrer um ihr Leben fürchten, so etwa, wenn sie in Afghanistan Mädchen unterrichten.

Der Kongress werde der internationale Staatgemeinschaft eine wichtige Botschaft übermitteln, erklärte EI-Generalsekretär Fred van Leeuwen: "Wenn ihr heute nicht handelt, werdet ihr morgen nicht die gebildeten Bürger haben, die ihr braucht, um Armut zu verhindern." Dabei bezog sich van Leeuwen auch auf das Treffen der G8-Staaten in diesem Jahr in Deutschland. "Wir werden dort sein, um sie an ihre Verspechen zu erinnern", so der Generalsekretär, der sich – trotz aller Probleme – optimistisch zeigte. "Ich glaube dass wir im Juli einen weiteren wichtigen Schritt machen werden um das Ziel "Bildung für jedes Kind" zu erreichen. "Wir treffen uns in Berlin zu einer Weltmeisterschaft", so der Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung, Ludwig Eckinger, "aber nicht, um dort gegeneinander zu spielen." In Analogie zur Fußball-WM fügte er hinzu: "Pädagoginnen und Pädagogen zu Gast bei Freunden".

Insbesondere mit Blick auf Deutschland und die aktuelle Bildungsdebatte erklärte der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Ulrich Thöne, die Gesellschaft werde nur dann eine friedliche und soziale Zukunft haben, "wenn sie alle Kinder mitnimmt, statt einen Teil der Kinder einfach auszusondern". Schließlich müsse jeder die Chance haben, durch seiner eigenen Hände Arbeit leben zu können.

Der Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS) kündigte an, gemeinsam mit der französischen Gewerkschaft SNETAA auf dem Weltlehrerkongress eine Resolution einzubringen, in der, so BLBS-Vorsitzender Berthold Gehlert, unter anderem das Recht auf eine freie Wahl der beruflichen Ausbildung und mehr Durchlässigkeit vom beruflichen Bildungssystem zu höheren Bildungsabschlüssen gefordert werde.

Der 5. Weltlehrerkongress findet vom 22.-26. Juli 2007 in Berlin statt und wird von Bundespräsident Horst Köhler eröffnet.


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