Inklusionsstudie

Bildungsminister Commerçon: "Zahlen richtig – Interpretation falsch"

Bildungsminister Ulrich Commerçon hat anlässlich der gestern vorgestellten [Bertelsmann-Studie zur Inklusion](http://bildungsklick.de/a/87176/doppelsystem-aus-regelschulen-und-foerderschulen-bleibt/) im Saarland betont: "Die Zahlen der Studie stimmen, ihre Interpretation ist allerdings falsch." Die Bertelsmann-Stiftung kam in ihrer Studie zum Fazit: "Die Inklusion nimmt im Saarland an Fahrt auf und Kinder mit Handicaps müssen nicht länger automatisch auf eine getrennte Förderschule gehen."

19.03.2013 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Die Studie weise einen grundlegenden Fehler auf, indem sie den bisherigen Integrationsmaßnahmen das Etikett "Inklusion" aufdrücke. Nach Auffassung des Bildungsministers könne dies zur falschen Schlussfolgerung führen, dass es im Saarland bereits eine flächendeckende inklusive Beschulung gebe. Inklusion bedeute, dass sich nicht die Kinder dem Bildungssystem anzupassen haben, sondern die Bildungseinrichtungen die Kinder in ihrer Verschiedenartigkeit in den Mittelpunkt stellen.

"Wir stehen mit der Inklusion, wie in anderen Bundesländern auch, erst ganz am Anfang", so Commerçon. "Aber ich will an der Vorreiterrolle des Saarlandes bei der Integration behinderter Kinder in Regelschulen anknüpfen. Deshalb ist es mein Ziel, die Schulen und die vorgelagerten Kindertageseinrichtungen schrittweise zu inklusiven Bildungseinrichtungen weiterzuentwickeln. Als Grundprinzip wollen wir den Schülern und ihren Eltern ein echtes Wahlrecht zwischen Regel- und Förderschulen garantieren."

Es sei richtig, dass rund 40 Prozent der Förderschüler eine Regelschule besuchen und gleichzeitig trotz sinkender Schülerzahlen der sonderpädagogische Förderbedarf an den Förderschulen stagniere. "Dies ist der bisherigen Praxis der Einzelfallbetrachtung im Zusammenhang mit der Erteilung von Förderstunden geschuldet. Hier sind Fehlanreize entstanden, denen wir entgegen wirken wollen."


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