Bildungsminister Rupprecht präsentiert die Lehrerbedarfsplanung für die kommenden Jahre im Landtag

Brandenburgs Bildungsminister Holger Rupprecht hat heute die Lehrerbedarfsplanung im Land Brandenburg für die kommenden Jahre im Landtag präsentiert. "Trotz des erheblichen Personalüberhangs hat sich die Landesregierung auch für die nächsten Jahre auf einen Einstellungskorridor verständigt. Wir wollen mit gut ausgebildeten, jungen Lehrkräften den qualitativen Anforderungen des Unterrichts genügen und zugleich einer Zunahme des Durchschnittsalters der Kollegien – das schon jetzt bei fast 49 Jahren liegt – entgegenwirken", so Rupprecht. "Damit sichern wir bei sinkenden Schülerzahlen die Zukunftsfähigkeit der Schulen im Land Brandenburg und haben Planungssicherheit für die kommenden Jahre."

04.07.2007 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Die Anzahl der Schüler an öffentlichen Schulen wird von 294.000 Schülern im Schuljahr 2006/2007 auf 241.500 im Schuljahr 2012/2013 und damit um 18 Prozent sinken.

Die Kernpunkte des Schulressourcenkonzepts 2007 sind:

  • Die VZE (Vollzeiteinheiten), die im Haushalt für den Schulbereich im gleichen Zeitraum zur Verfügung gestellt werden, gehen von 19.154 auf 16.026 zurück. Das ist ein Minus von 16 Prozent. Damit werden weniger Stellen abgebaut als es dem Rückgang der Schülerzahl entspricht.
  • Die Schüler-Lehrer-Relation bleibt im Planungszeitraum relativ konstant bei einem Wert von etwa 15,4. Dieser Wert liegt unter den Werten der vergangenen Schuljahre von rund 16 . Der Bundesdurchschnitt des Schuljahres 2005/2006 liegt mit 17,2 deutlich höher. Die besonderen Bedingungen des Landes Brandenburg als Flächenland finden damit ausreichend Berücksichtigung.
  • Wichtige bildungspolitische Entscheidungen der Landesregierung können auch zukünftig umgesetzt werden.
  • Die wohnortnahe Beschulung in der Grundschule bleibt gesichert. Das Schulnetz für die Sekundarstufen I und II bleibt so dicht, dass die Wege für die Schülerinnen und Schüler zumutbar bleiben.

Allerdings ist wegen der sinkenden Schülerzahlen auch mit dieser vereinbarten Stellenausstattung noch ein erheblicher Personalüberhang zu erwarten: bis zu 1.500 Lehrkräfte im Schuljahr 2012/2013. Dieser Personalüberhang wird sogar weiterhin regional sehr ungleich über das Land verteilt sein. Besonders betroffen bleibt insbesondere die Region Cottbus. Fast 50 Prozent des Überhangs an Lehrkräften entfallen auf diese Region. Der sozialverträgliche Personalabbau muss daher fortgesetzt werden. Hierzu werden, wie schon im Schulressourcenkonzept 2002, zweckgebundene Mittel für einen Personalkostenausgleichsfonds in Höhe von rund 100 Millionen Euro bereitgestellt.

Zunächst werden ab dem Schuljahr 2007/2008 jährlich 200 junge Lehrkräfte eingestellt. Bis 2012/2013 steigt diese Zahl auf 300 Lehrkräfte an. Hinzu kommen 100 befristete Einstellungen je Schuljahr. "Ein Blick in die nahe Zukunft auf den Zeitraum nach 2012/2013 zeigt, dass die Einstellungschancen dann noch weiter steigen werden, denn ab dem Schuljahr 2016/2017 wird es keinen Personalüberhang mehr geben. Dann werden jährlich bis zu 900 Lehrkräfte benötigt, da die stark besetzten älteren Lehrerjahrgänge dann in den Ruhestand wechseln werden", so Bildungsminister Rupprecht. "Deswegen beabsichtige ich gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium und der Universität Potsdam, ein Maßnahmepaket zu entwickeln bzw. eine umfassende Kampagne zu starten, um die Zahl der Lehramtsabsolventen im Land Brandenburg zu erhöhen. Es wäre schön, wenn wir in acht Jahren möglichst viele der dann einzustellenden Lehrkräfte von unseren eigenen Hochschulen übernehmen können."

Bereits im Jahr 2002 hatte sich die Landesregierung erstmals auf ein Schulressourcenkonzept zur langfristigen Personalplanung verständigt. Mit dem damaligen Konzept sollte vor dem Hintergrund deutlich sinkender Schülerzahlen das Spannungsverhältnis zwischen der Sicherung der Unterrichtsqualität und den Ansprüchen der Beschäftigten auf der einen Seite sowie der Notwendigkeit der Haushaltskonsolidierung auf der anderen Seite gelöst werden.

Die Evaluation des Schulressourcenkonzepts 2002 hat gezeigt, dass das Konzept erfolgreich war:

  • Die Unterrichtsversorgung konnte gesichert werden.
  • Wichtige bildungspolitische Entscheidungen der Landesregierung, z. B. die flächendeckende Einführung von LER, die Einführung der 1. Fremdsprache ab der Jahrgangsstufe 3, die Verkürzung des gymnasialen Bildungsgangs auf 12 Schuljahre sowie der Ausbau der Ganztagsschule konnten personell umgesetzt werden.
  • Die Reduzierung des Personalbudgets für die Schulen – dem Schülerzahlenrückgang entsprechend – hat erheblich zur Haushaltsentlastung des Landes beigetragen. Das Land wird dadurch rund 162 Millionen Euro bis zum Jahr 2010 sparen.
  • Der notwendige Personalabbau im Schulbereich konnte mit dem Personalkostenausgleichfonds (PAF) in Höhe von rund 121 Millionen Euro sozialverträglich umgesetzt werden. Bis zum Schuljahr 2006/2007 sind dadurch insgesamt 1.318 Lehrkräfte vorzeitig ausgeschieden.

Die Rede des Ministers können Sie im Internet einsehen.


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