Schleswig-Holstein

Bildungsministerin Britta Ernst: Inklusionskonzept der Landesregierung ist ein umfangreiches Unterstützungspaket zur Stärkung der Schulen

"Gute Schule ist immer auch ein Erfahrungs-, Lebens- und Lernraum, in dem die Regeln, Normen und Werte eingeübt und reflektiert werden. Wenn wir gute Schule denken, müssen wir Inklusion mitdenken." Mit diesen Worten eröffnete Bildungsministerin Britta Ernst heute (19. November) die Diskussionsveranstaltung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zum Thema "Inklusion".

19.11.2014 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Ministerin Ernst machte deutlich, dass die Aufgabe der Inklusion alle Lehrkräfte vor große Herausforderungen stelle: "Was Sie in Ihrem Alltag leisten, in Schulklassen, die immer heterogener werden, das verändert unsere Gesellschaft" und sei eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass sich der Gedanke der Inklusion nachhaltig in der ganzen Gesellschaft verankere. "Der Umgang mit dem vielfältigen ´Anderssein` ist eine Frage der Haltung in der Praxis aber auch ´Übungssache`. Erst wenn wir die Verschiedenheit als Normalität betrachten und nicht als Besonderheit, dann sind wir in einer inklusiven Gesellschaft angelangt."

Ministerin Ernst hob hervor, dass die Inklusion in Schleswig-Holstein nicht erst mit der Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention begonnen habe, sondern bereits seit 25 Jahren eine gute Tradition sei. Mittlerweile würden 64,1 Prozent aller Kinder mit einem Förderbedarf inklusiv beschult. "Das haben wir nur erreicht, weil wir so früh begonnen haben und in kleinen Schritten immer weiter gegangen sind. Das ist eine herausragende Leistung unserer Lehrkräfte", lobte Ernst. Jetzt komme es darauf an, die Qualität zu verbessern.

"Wir wollen die Kinder und Jugendlichen noch besser fördern und die Lehrkräfte noch besser unterstützen", sagte Ernst. Deshalb habe die Landesregierung bereits zu Beginn der Wahlperiode sechs Millionen Euro für 120 Lehrkräfte bereitgestellt, deshalb sei die Inklusion im neuen Lehrkräftebildungsgesetz zum festen Bestandteil der Lehrkräfteausbildung gemacht worden und deshalb habe die Landesregierung im Sommer ein Inklusionskonzept vorgelegt, das in zehn Punkten deutliche Verbesserungen für die Schulen vorsehe. "Wir werden unter anderem die Grundschulen künftig durch Schulassistenzen unterstützen, für die 13,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Der Schulpsychologische Dienst wird von 17 auf 32 Stellen aufgestockt, die Fortbildungsangebote der Lehrkräfte in diesem Bereich werden ausgeweitet und die Schulsozialarbeit wird verstetigt." Damit sei ein umfangreiches Unterstützungspaket geschnürt worden, mit dem die Schule gestärkt würden. "Wir machen uns jetzt daran, dieses Konzept zu konkretisieren und Schritt für Schritt umzusetzen." Dazu würden unter anderem die Fachgespräche am "Runden Tisch Inklusion" fortgeführt.


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