Schleswig-Holstein

Bildungsministerin Prof. Dr. Waltraud ´Wara´ Wende: "Eine ehrliche Analyse der Unterrichtssituation: Wir machen Schluss mit der Schönfärberei"

"Wir rechnen uns die Welt nicht schön", sagte heute (16. November) Bildungsministerin Prof. Dr. Waltraud ´Wara´ Wende in ihrer Landtagsrede zur Unterrichtsversorgung in Schleswig-Holstein. "Schönfärberei wurde in der jüngsten Vergangenheit zu Genüge erprobt - damit ist jetzt Schluss." Zur Ehrlichkeit gehöre es, mögliche Mängel und Defizite nicht zu verschweigen und dann auch zu sagen, wie man die Situation für Schleswig-Holsteins Schulen nachhaltig verbessern will. "Und so machen wir das heute", sagte die Ministerin.

16.11.2012 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Die Frage laute: Wird der in den Stundentafeln als notwendig erachtete Unterricht an den Schulen erbracht und gibt es ausreichend Lehrpersonal, um eine 100-Prozent-Ausstattung zu erreichen? "Nein", sagt die Ministerin, dazu benötigten die Schulen 1.250 Planstellen sowie 350 Erzieherinnen und Erzieherstellen mehr. "Dass es in fast keinem Bundesland gelingt, die in den Lehrplänen vorgegebenen Stundentafeln hundertprozentig zu erfüllen, kann da kaum beruhigen", sagte sie und betonte: "Wir steuern gegen."

In den kommenden fünf Jahren werde mit einem Rückgang von 34.000 Schülerinnen und Schülern (- 9 Prozent) gerechnet. Diesen Rückgang habe die Vorgängerregierung voll auf die Lehrerplanstellen anrechnen und 2.125 Planstellen abbauen wollen. "Die neue Landesregierung korrigiert diesen Irrweg, setzt auf mehr Bildungsqualität und erhält trotz Schülerrückgangs und Haushaltskonsolidierung einen Teil dieser Planstellen", sagte die Ministerin. Konkret bedeute dies:

  • 752 Stellen mehr als von der alten Landesregierung geplant werden in den kommenden fünf Jahren wiederbesetzt;
  • 300 Planstellen werden im kommenden Haushaltsjahr an die Schulen zurückgegeben;
  • Zusätzliche Geldmittel im Wert von 264 Stellen (= 13,2 Millionen Euro) werden den Schulen zur Verbesserung der Situation zur Verfügung gestellt.

"Mehr geht natürlich immer", sagte Bildungsministerin Wende, "aber angesichts der Schuldenbremse ist unser Weg ein enormer Kraftakt im Sinne von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern - kurz: Ein Kraftakt für Schule und Bildung." Die Ministerin betonte, diese Kraftanstrengung sei nur in großer Solidarität aller Ministerien möglich, die sich zu dem großen Ziel der Landesregierung bekennten, "dass Bildungsinvestitionen Investitionen in die Zukunft unseres Landes sind".


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