Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave: Erfolgreicher Vertretungsfonds zur Vermeidung von Unterrichtsausfall an den Schulen bleibt bestehen

Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave hat bekräftigt, dass der erfolgreiche Vertretungsfonds zur Vermeidung von Unterrichtsausfall an den Schulen in bewährter Weise fortgeführt wird. Die Kündigung der "Vereinbarung zur Vermeidung von Unterrichtsausfall durch die Lehrergewerkschaft GEW und die Lehrerverbände nahm sie mit Befremden zur Kenntnis. "Seit dem Start von "Jede Stunde zählt" ist der Unterrichtsausfall in allen Schularten deutlich zurückgegangen, in der Verlässlichen Grundschule sogar auf unter ein Prozent. Das zeigt, dass die jährlich bereitgestellten Mittel für Vertretungsunterricht von 12 Millionen Euro effizient genutzt werden. Dafür danke ich den Schulen und Lehrkräften", sagte Erdsiek-Rave heute (17. Dezember) in Kiel. "Im laufenden Jahr werden wie in den Vorjahren rund 12 Millionen Euro für Vertretungsunterricht ausgegeben."

18.12.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Vorwürfe, das Bildungsministerium habe die Fondsmittel gekürzt, wies sie zurück. "Die Vertretungsmittel werden entsprechend der Vereinbarung eingesetzt." Zwar sei Geld im Gegenwert von 45 Stellen an den Gymnasien und im berufsbildenden Bereich zur Verfügung gestellt worden, weil hier zum Schuljahr 2008/09 durch höhere Schülerzahlen ein zusätzlicher Bedarf bestand. Dies sei frühzeitig mit der Personalvertretung der Lehrkräfte abgestimmt worden. "Durch die Nutzung zulässiger Deckungsmöglichkeiten geht diese Maßnahme im Ergebnis nicht zu Lasten des Vertretungsfonds. Es musste keine Vertretungsstunde weniger gegeben werden." Im Übrigen hätten auch die genannten Geldmittel für Gymnasien und berufliche Schulen dasselbe Ziel wie "Jede Stunde zählt" verfolgt - nämlich Unterricht zu sichern und Lehrkräfte an den Schulen zu halten.

Die Ministerin betonte, dass die Schulen allein in den kommenden beiden Jahren mehr als 1.100 zusätzliche Lehrerstellen erhalten werden.

Neue Lehrerstellen von 2006 bis 2010

Jahr 2006 2007 2008 2009 2010
neue Stellen 0 +155 +70 +858 +255

Zudem sinke etwa für Haupt- und Realschullehrer die Unterrichtsverpflichtung an den Gemeinschaftsschulen und Regionalschulen ab dem Schuljahr 2010/11 von 27,5 bzw. 27 auf 26 Wochenstunden. Durch die Rückgabe der Vorgriffstunde an die Lehrkräfte mit Beginn des kommenden Schuljahres reduziere sich zudem die Unterrichtsbelastung bis zu einer Stunde. "Das bedeutet für die Schulen und damit auch für die Lehrerinnen und Lehrer eine erhebliche Entlastung", sagte Erdsiek-Rave.

Sie wies darauf hin, dass die Schulen bei der Umsetzung der Schulreformen mit Fortbildungen, Orientierungshilfen und häufig auch mit zusätzlichen Lehrerstunden unterstützt werden. Wegen der großen Herausforderungen für die Lehrerkollegien bei der Umsetzung des Schulgesetzes erhielten alle Schulen in den Schuljahren 2008/09 und 2009/10 jeweils zwei Schulentwicklungstage, beispielsweise um sich mit der Eingangsphase in der Grundschule, pädagogischen Konzepten an den Gemeinschaftsschulen und Regionalschulen oder die Weiterentwicklung der beruflichen Schulen zu Regionalen Berufsbildungszentren zu beschäftigen.

In Bezug auf die Lehrerfortbildung betonte sie, dass das Angebot außerhalb der Unterrichtszeiten am Nachmittag und an den Wochenenden sehr gut angenommen werde. "Das Interesse der Lehrerinnen und Lehrern ist groß. Die Teilnehmerzahlen sind in den vergangenen Jahren stetig gewachsen." Leitlinie müsse bleiben, dass Unterrichtsausfall durch Fortbildung weitestgehend vermieden wird. "Mir ist sehr wohl bewusst, dass viele Lehrkräfte derzeit durch die Umsetzung der Schulreformen hoch belastet sind. Ich bin gerne bereit, im neuen Jahr Gespräche mit den Verbänden über mögliche weitere Entlastungen in den Schulen zu führen."


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