Gewerkschaft und Lehrerverbände werfen Ministerin Vertragsbruch vor

Von friedlicher Weihnachtsstimmung kann zwischen Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), dem Philologenverband (Phv), dem Verband Bildung und Erziehung (VBE), dem Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) sowie dem Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Berufsbildenden Schulen (VLBS) keine Rede sei. Die Bildungsministerin kommt nämlich ihren Verpflichtungen aus der gemeinsam unterschriebenen Vereinbarung zur Vermeidung von Unterrichtsausfall nicht nach. Im Widerspruch zur Vereinbarung kürzte die Bildungsministerin den Vertretungsfonds um 45 Stellen. Außerdem wurden Einschränkungen für Fortbildungszeiten erzwungen, die für die Lehrkräfte inakzeptabel sind und dem Fortbildungsbedürfnis widersprechen.

17.12.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

"Durch Ihr praktisches Handeln müssen wir daher davon ausgehen, dass Sie an einer Fortsetzung der Vereinbarung kein Interesse mehr haben. Aus unserer Sicht hat sich die Vereinbarung damit erledigt. Wir sehen sie ab dem 1.1.2009 als nicht mehr existent an", heißt es wörtlich in einem gemeinsamen Schreiben der Vorsitzenden der fünf Organisationen an die Bildungsministerin. Auch in einem gemeinsamen Gespräch zeigte die Ministerin keine Bereitschaft zum Einlenken, so dass sich die Organisationen zur Beendigung der Vereinbarung gezwungen sahen.

Sie machten deutlich, dass sie sehr daran interessiert seien, den Unterrichtsausfall soweit wie möglich gering zu halten. Sie beklagen allerdings, dass "die umwälzenden Schulreformen einseitig zu Lasten der Lehrkräfte" gehen. "Dieser Zustand muss dringend geändert werden", fordern sie die Bildungsministerin in ihrem Schreiben auf. Ebenso appellieren sie an Ute Erdsiek-Rave, den Weg der Konfrontation zu verlassen. Stattdessen solle die Bildungsministerin gemeinsam mit den Lehrerverbänden und der GEW eine neue Vereinbarung anstreben, die zur Vermeidung von Unterrichtsausfall die gesundheitsschädlichen Belastungssituationen der Lehrkräfte - wie sie sich gerade als Folge der Umsetzung des Schulgesetzes ergeben - "nachhaltig eindämmt".

Verantwortlich:
Für die GEW
Matthias Heidn, 0431-554220, bei Nachfragen auch: 0174-1622326

Für die Lehrerverbände
Helmut Siegmon (Phv), 04346-412261
Rüdiger Gummert (VBE), 0173-9024482
Dr. Sven Mohr (VLBS) Tel. dienst.: 04642-917110
Grete Rhenius (VDR), 0451-2028847

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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