Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave im Landtag: Kinder mit Sprachstörungen sollen an Regelschulen unterrichtet werden

"Wir wissen heute, dass Kinder mit sprachheilpädagogischem Förderbedarf weitaus mehr, weitaus leichter und weitaus schneller lernen, wenn sie nicht unter sich bleiben, sondern 'viele gute Beispiele' um sich haben." Mit diesen Worten plädierte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (22. Februar) im Landtag für die Integration von Kindern mit Sprachstörungen in die Regelschulen.

22.02.2007 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Es habe sich gezeigt, dass die Kinder nach dem Besuch von Sprachheilgrundschulen vielfach der Wiedereingliederung in die Grundschule und den dortigen sprachlichen Anforderungen nicht gewachsen waren. "Die Isolierung der Kinder in der Sprachheilgrundschule ist heute die Ausnahme", so die Ministerin.
Schleswig-Holstein habe in den vergangenen Jahren gezielt die sprachheilpädagogische Förderung in den Kindertagesstätten vorangetrieben. Dementsprechend sei die Zahl der Schulkinder mit Sprachstörungen deutlich zurückgegangen, ebenso die Zahl der Kinder an Sprachheilgrundschulen. "Im vergangenen Schuljahr sind 6.800 Kinder präventiv in den Kindertageseinrichtungen gefördert worden und 750 integrativ in der Grundschule." Nur noch 170 Kinder mit Sprachstörungen besuchten eine der drei Sprachheilgrundschulen im Lande, die Preetzer Schule habe nur noch zwölf Schülerinnen und Schüler. "Für diese 170 Kinder soll in naher Zukunft ebenfalls das erfolgreichere Modell der Integration und Prävention zum Tragen kommen", kündigte die Ministerin an.
Zur Sprachheilgrundschule Preetz sagte sie: "Die Sprachheilgrundschule wird mit dem Förderzentrum Preetz organisatorisch verbunden. Es wird also auch in Zukunft die Möglichkeit geben, Kinder mit sprachheilpädagogischem Förderbedarf nicht-integrativ zu beschulen."


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden