Schleswig-Holstein

Bildungsministerin Wende im Landtag: Inklusion muss nicht entschleunigt, sondern verbessert werden

Bildungsministerin Prof. Dr. Waltraud ´Wara` Wende bekräftigte heute (20. März) im Landtag die Absicht der Landesregierung, am Ziel einer inklusiven Schule festzuhalten. Schleswig-Holstein sei gerade in den Grundschulen und Gemeinschaftsschulen bei der Inklusion schon weit vorangeschritten, aber es gebe noch viel zu tun. "Die Inklusion muss nicht entschleunigt, sondern verbessert werden", sagte Wende und verwies auf ein entsprechendes Konzept, das zurzeit mit dem Sozialministerium und der kommunalen Familie abgestimmt werde und im Frühsommer vorliegen soll.

21.03.2014 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Die Ministerin erläuterte, dass von den insgesamt rund 266.000 Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 1 bis 10 rund 16.000 (6,3 Prozent) einen sonderpädagogischen Förderbedarf hätten. "Dabei ist I-Kind nicht gleich I-Kind. Es gab und gibt unterschiedliche Förderbedarfe. Und es wird auch immer Schülerinnen und Schüler mit erheblichem Unterstützungsbedarf geben, zum Beispiel im geistigen oder körperlichen Bereich. Für diese Kinder wird es auch weiterhin Förderzentren geben", betonte die Ministerin. Darüber hinaus lehnte sie jedoch Schwerpunktschulen oder Modellprojekte ab. "Wir brauchen keine Schwerpunktschulen. Wir brauchen eine Anpassung der Schulwirklichkeit an die individuellen Bedürfnisse aller Schülerinnen und Schüler."

Die Zukunft gehört nach Ansicht von Wende dem zieldifferenten Lernen und den lern-zieldifferenten Unterrichtsformen und zwar an Grund- und Gemeinschaftsschulen ebenso wie an den Gymnasien, an denen Inklusion bisher noch so gut wie gar nicht praktiziert werde. Das Ziel müsse sein, durch inklusiven Unterricht Behinderte und Hochbegabte genauso zu fördern wie Kinder mit Migrationshintergrund oder aus prekären Lebenslagen. Um dieses Ziel zu erreichen solle insbesondere die Expertise der Lehrkräfte für den Umgang mit Heterogenität verbessert werden, unter anderem durch entsprechende Schwerpunktsetzung in der Lehrkräfteausbildung sowie durch vermehrte Weiterbildungsangebote.


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