Bildungsministerium und LandFrauenVerband vereinbaren Kooperation bei Ganztagsschulen

Das Bildungsministerium und der LandFrauenVerband Schleswig-Holstein haben eine Zusammenarbeit bei den Ganztagsschulen verabredet. Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave und die Präsidentin des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein, Erika Lenz, haben heute (12. Mai) in Kiel eine entsprechende Rahmenvereinbarung unterzeichnet.

12.05.2004 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung

Das Spektrum der Partner, die sich aktiv am Schulleben beteiligen werde immer größer, sagte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave. Die Kooperation mit dem LandFrauenVerband sei ein Novum, erstmals beteilige sich diese Organisation mit ihrem landesweiten Netzwerk am Schulleben. Ziel der Vereinbarung ist, außerhalb des Unterrichts Angebote zu gesunder Ernährung im Bereich Hauswirtschaft für Schülerinnen und Schüler sicherzustellen, die an der Ganztagsschule teilnehmen. "Fastfood ist nicht mehr nur die Ausnahme, sondern in vielen Familien bereits die Regel. Die gesunde Ernährung der Kinder und Jugendlichen ist deshalb ein zentrales Anliegen. Gesundes Essen schmeckt gut und macht fit", betonte die Ministerin. Damit werde die Grundlage gelegt für ein stabiles körperliches Gleichgewicht und die Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen sowie ihre emotionale, soziale und kognitive Entwicklung. Die Arbeit der Landfrauen werde das schulische Angebot ergänzen. Zurzeit hätten rund 40 qualifizierte Fachfrauen ihr Interesse an der Arbeit an den Ganztagsschulen signalisiert. Die Frauen sind in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium in 200 Unterrichtsstunden zur Fachfrau für Ernährung ausgebildet worden.

"Durch die Vereinbarung schaffen wir für die Schulen und den LandFrauenVerband einen Rahmen, in dem sie verbindliche Kooperationsverträge vor Ort abschließen können" sagte Erdsiek-Rave. Bestandteile der Vereinbarung sind unter anderem Regelungen über den Umfang des Angebots, die Qualifikation des Personal, der zu nutzenden Räumlichkeiten sowie des Versicherungsschutzes.

"Mit dieser Rahmenvereinbarung knüpfen wir an das Pilotprojekt in Medelby von vor zehn Jahren an, bei dem die Landfrauen sich bereits um die Etablierung von betreuten Grundschulen verdient gemacht haben, indem sie unter anderem auch für die Mittagsmahlzeiten der Schüler verantwortlich waren", sagte Erika Lenz. Und besonders freut sie sich, dass die bundesweite Aktion der Landfrauen mit dem Motto "Hauswirtschaft muss Alltagskompetenz werden" auf diese Weise konkret in die Praxis umgesetzt wird.

Auf Grund der zu erwartenden steigenden Nachfrage kündigte Erika Lenz an, dass eine weitere Qualifizierung zur Fachfrau für Ernährung in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium ab Herbst diesen Jahres in Vorbereitung ist. Bei derartigen Projekten besteht für den LandFrauenVerband eine vielschichtige Zielsetzung: neben der Befähigung der Kursteilnehmerinnen zu einer selbstbestimmten Tätigkeit verfolgt der Verband gleichzeitig auch die Stärkung des ländlichen Raumes. Darüber hinaus wird mit diesem Angebot auch ein Beispiel für die Vereinbarkeit für Familie und Beruf gegeben und zwar sowohl für die Fachfrauen für Ernährung als auch für die mittelbar beteiligten Familien der zu unterrichtenden Schulkinder.


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