Bayern

Bildungsministerium zum LehrplanPLUS Grundschule - Fassung derzeit in der Anhörung

Der LehrplanPLUS stellt die Kompetenzorientierung in den Mittelpunkt. Die Einbindung möglichst vieler kompetenter Partner war und ist Bildungsminister Dr. Ludwig Spaenle ein Kernanliegen. Er will die Beteiligten bei Leitentscheidungen in der Bildungspolitik einbinden. "Hier werden Weichen für die Zukunft der jungen Menschen und damit der Gesellschaft gestellt", so der Minister. Sein Motto ist daher "Erklären, mitnehmen, verlässlich handeln". Damit setzt der Minister bewusst einen Gegenakzent zur raschen Einführung des achtjährigen Gymnasiums.

16.01.2014 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Der LehrplanPLUS befindet sich derzeit in der Anhörung: Die Verbände können ausführlich Stellung beziehen. Zum neuen Schuljahr soll er in Kraft treten. Bereits in der Phase der Erarbeitung waren die entsprechenden Verbände wie der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband und der Bayerische Elternverband aktiv eingebunden - im Lehrplanfachbeirat und im Lehrplanbeirat.

Erarbeitet wurde der LehrplanPLUS von gut 60 erfahrenen Lehrkräften und Experten unter Koordination des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung. "Der Lehrplan bietet Lehrkräften und Schülern genügend Zeit, setzt auf Kompetenzen und Wissen, ist anschlussfähig und bietet viel Service für Lehrkräfte und Eltern", so Bildungsminister Ludwig Spaenle.

Genügend Zeit, Kompetenzen und Wissen, Anschlussfähigkeit

"Die Eckpunkte, die der Lehrplankommission mit in ihre Beratungen gegeben worden waren, wurden sehr gut umgesetzt", würdigte Minister Spaenle die Arbeit der Lehrkräfte, Experten und des Lehrplanbeirats. Konkret:

  1. Der LehrplanPLUS bietet den Lehrkräften genügend Zeit, um mit den Kindern die ausgewiesenen Kompetenzen zu erarbeiten. 26 Wochen von 38 pro Schuljahr sind zum Erwerb der entsprechenden Kompetenzen vorgesehen, 12 weitere Wochen dienen der Vertiefung. Dies gilt für alle Fächer, vor allem aber für Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachunterricht.
  2. Der neue Lehrplan setzt auf Kompetenzen und Wissen und greift Erkenntnisse der Bildungsforschung ebenso mit auf wie die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz.
  3. Der Lehrplan der Grundschule ist anschlussfähig gestaltet. Die Bildungsarbeit mit den Schülerinnen und Schülern könne an allen weiterführenden Schulen auf dem Lehrplan der Grundschule nahtlos aufsetzen. Übergänge können fließend gestaltet werden.
  4. Der LehrplanPLUS bietet durch das Lehrplaninformationssystem LIS mehr Service für die Lehrkräfte. Er informiert Lehrkräfte und Eltern über die Inhalte und gibt ihnen zusätzliche Hinweise an die Hand.

Bei der Erstellung des LehrplanPLUS gab es eine intensive Diskussion z.B. in folgenden Fragen:

  • in Deutsch um die "richtige" Methode des Schriftspracherwerbs, also um die Methode, wie Kinder am besten das Schreiben erlernen und dabei auch sicher in der Rechtschreibung sind. Bayern trägt dafür Sorge, dass die Schülerinnen und Schüler das regelgerechte Schreiben von Anfang an systematisch einüben.
  • in Deutsch um die Frage der "richtigen" Schreibschrift. Soll Bayern die Ausgangsschrift oder die Grundschrift favorisieren? Bayern favorisiert für die Anhörung eine Form der Ausgangsschrift.
  • in Mathematik um die "richtige" Methode des Vorgehens beim Subtrahieren, über das Abziehverfahren oder das früher weit verbreitete Ergänzungsverfahren. Bayern favorisiert für die Anhörung ein Abziehverfahren.
  • und um die Rolle des Fachs Englisch an der Grundschule. Auch künftig soll in Bayern das Fach Englisch zweistündig in den Jahrgangsstufen 3 und 4 unterrichtet werden. Die Schülerinnen und Schüler erwerben dabei eine verlässliche Basis in der Fremdsprache.

LehrplanPLUS für die Grundschule soll im September starten

"Wir wollen den Lehrplan zum Schuljahr 2014/2015 an der Grundschule einführen - und zwar zunächst in den Jahrgangsstufen 1 und 2. Zum Schuljahr 2015/2016 folgt dann die Jahrgangsstufe 3 und ein Jahr später die Jahrgangsstufe 4", hatte Minister Spaenle zum Start der Verbandsanhörung gesagt.

Er ergänzte: "Erst ab dem Schuljahr 2017/2018 werden wir in den weiterführenden Schulen neue Lehrpläne einführen, die von den gemeinsamen Grundlagen ausgehen und mehr Gemeinsamkeiten und Brücken zwischen den Schularten als bisher aufweisen werden."

26.000 Lehrkräften Fortbildungsangebote unterbreitet

Rund 26.000 Lehrkräften wurden Fortbildungsangebote zum neuen Grundschullehrplan unterbreitet. Diese beinhalten Informationen zu Kompetenzorientierung, Grundanliegen und Aufbau des LehrplanPLUS Grundschule sowie Kompetenzerwartungen der jeweiligen Fächer und Beispiele zur Umsetzung im Unterricht. Die Veranstaltungen werden von qualifizierten Fortbildnerinnen und Fortbildnern gehalten und im kommenden Schuljahr fortgesetzt.


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