Bildungspolitik auch in NRW in der Glaubwürdigkeitskrise
Nur 23 % der nordrhein-westfälischen Bevölkerung ist der Meinung, dass Bundesregierung und Bundesländer noch ernsthaft das Ziel einer Bildungsrepublik verfolgen – bundesweit sind 19 % dieser Ansicht. 85 % der NRW-Bürger glauben, dass von den politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern für dieses Ziel nicht genügend Geld zur Verfügung gestellt wird. Weitere 95 % sprechen sich dagegen aus, vor dem Hintergrund zurückgehender Schülerzahlen die Ausgaben für Bildung entsprechend zu kürzen.
04.10.2010 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWDie NRW-Daten basieren auf einer vom VBE-Bundesverband bei forsa in Auftrag gegebenen und am 01.10.10 vorgestellten bundesweiten Umfrage, die eine repräsentative Teilauswertung für NRW enthält.
"Die Politik steckt bundes- und landesweit in einer tiefen Glaubwürdigkeitskrise", so Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung. "Immer weniger Bürgerinnen und Bürger schenken den Aussagen der verantwortlichen Politiker Glauben".
Die Bürger wüssten, Bildungsausgaben sind Investitionen in die Zukunft. Dies wird auch dadurch deutlich, dass sich in NRW eine deutliche Mehrheit (68 %) dafür ausspricht, dass ein solider Mindestsockel für Bildungsinvestitionen unabhängig von der Wirtschaftslage vorgesehen wird.
Beckmann abschließend: "Die Bürger wissen, dass mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit nicht ohne entsprechende Ressourcen zu erreichen sind. Nicht nur die Landesregierung, sondern alle Mitglieder des Landtags sollten diese Ergebnisse bei den anstehenden Haushaltsberatungen im Hinterkopf haben. Die Landesregierung hat die Chance, ein gutes Stück der verlorengegangenen Glaubwürdigkeit in die Politik zurückzugewinnen, wenn sie Wahlversprechen wie z. B. kleinere Klassen und Ausbau des Ganztags zügig umsetzt."
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