Billigware Bildung?
"Dass die jährlichen pro Kopf-Ausgaben für die Schulausbildung im Jahr 2003 in NRW zu den niedrigsten in Deutschland gehörten, ist schon unerfreulich genug", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). " Mindestens genauso unerfreulich ist aber, dass die Ausgaben für die Grundschulen weit hinter denen für die weiterführenden Schulen zurückblieben. Das zeigt die falsche Wertigkeit, die die Arbeit an Grundschulen in den Augen der Politik hat. Wer Kinder wirklich früh und gezielt fördern will, muss aber genau dort ansetzen."
24.04.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWBeschämend ist, dass NRW im bundesweiten Vergleich das Schlusslicht bei den Personalausgaben bildet. Während Hamburg und Berlin im Jahr 2003 jeweils 4700 Euro Personalausgaben pro Schüler aufwandten, waren es in NRW nur 3500 Euro. Hier fordert der VBE von der Landesregierung eine deutlich andere Weichenstellung.
Die Landesregierung sollte diese vom statistischen Bundesamt jetzt vorgelegten Zahlen vor Augen haben, wenn sie im Schulgesetz den Anspruch auf individuelle Förderung festschreibt.
"An dieser Stelle könnte die Landesregierung zeigen, dass sie es mit ihrer Ankündigung, das modernste Bildungssystem Deutschlands schaffen zu wollen, tatsächlich ernst meint" so Beckmann weiter. " Ein modernes Bildungssystem, in dem tatsächlich die individuelle Förderung und nicht die Auslese im Mittelpunkt steht, braucht möglichst kleine Lerngruppen, in denen Lehrerinnen und Lehrer sich auch tatsächlich mit jedem einzelnen Kind intensiv beschäftigen können. Der VBE fordert die Landesregierung auf, die rückläufigen Schülerzahlen um hier deutlich korrigierend einzugreifen."
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