Bleiben tausende Lehrer/innen ohne Stelle?

Die Bildungsgewerkschaft GEW fordert Kultusminister Helmut Rau (CDU) auf, die Öffentlichkeit über die aktuellen Lehrereinstellungszahlen zu informieren. "Uns erreichen seit einigen Tagen zahlreiche Anrufe verärgerter und verzweifelter junger Lehrerinnen und Lehrer, die trotz guter Noten im September keine Stelle bekommen. Wenn eine Grundschullehrerin mit der Note 1,0 in die Arbeitslosigkeit geschickt und gleichzeitig viel Geld für Werbung in anderen Ländern ausgegeben wird, weist dies auf eine dramatische Fehlplanung der Landesregierung hin. Ausgerechnet in der Grundschule weigert sich die Landesregierung, zum nächsten Schuljahr den Klassenteiler zu senken. Ein Kinderland muss aber auch klare Signale für die Grundschule setzen", sagte am Montag (22.06.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

22.06.2009 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die Einstellungsentscheidungen für das neue Schuljahr, das am 14. September beginnt, sind in den vergangenen Tagen gefallen. Offenbar werden viele Bewerber/innen für Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen in Baden-Württemberg keine Stelle bekommen. Nur in Gymnasien und Beruflichen Schulen gibt es wohl bessere Chancen auf eine Stelle. Betroffene Grund- und Hauptschullehrer/innen haben aus der Schulverwaltung die Information erhalten, dass für eine Einstellung mindestens die Note 1,7 benötigt wird.

"Ich verstehe nicht, warum das Kultusministerium erneut nicht mit den Zahlen an die Öffentlichkeit geht. Kultusminister Helmut Rau behauptete während des Bildungsstreiks, die Landesregierung wäre bereit Lehrer einzustellen, wenn es welche gäbe. Die GEW erwartet, dass das Land die Arbeit suchenden Lehrerinnen und Lehrer einstellt und damit die Unterrichtsversorgung und individuelle Förderung an den Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen verbessert. Andernfalls brauchen die jungen Leute sofort eine klare Information, damit sie wenigstens noch eine Chance haben, sich in anderen Bundesländern zu bewerben", sagte Moritz.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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