"Braunen Rattenfängern entschieden entgegentreten"
Anlässlich des heutigen 2. Thüringer Schulleitertages hebt Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel (CDU) die schulische Aufklärungsarbeit im Freistaat als unverzichtbaren Beitrag im Kampf gegen den Rechtsextremismus hervor: "Junge Menschen, die ihren festen Platz im Leben noch suchen, müssen aktiv aufgeklärt werden, bevor sie Opfer ideologischer Rattenfänger werden und braune Parolen nachsprechen. Extremisten muss entschieden entgegengetreten werden. In der Pflicht ist dabei die gesamte Gesellschaft, vor allem gefordert sind aber Elternhaus, Schule und Politik."
10.10.2007 Thüringen Pressemeldung Thüringer KultusministeriumDaher würden das Dritte Reich und die Verbrechen des Nationalsozialismus auch umfänglich in den Thüringer Schulen behandelt, erklärt Goebel in der Antwort auf die Kleine Anfrage Nr. 2094. So würde beispielsweise der Regelschullehrplan für den Geschichtsunterricht der Klassenstufen neun und zehn Themen wie "Von der Machtübernahme zur totalitären Herrschaft – Anpassung und Widerstand", "Wesensmerkmale der nationalsozialistischen Weltanschauung", "Der Alltag im Dritten Reich", "Überblick zur Wirtschaftspolitik", "Nationalsozialistische Rassenpolitik", "Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora" sowie "Nationalsozialistische Außenpolitik" vorgeben.
"Art und Weise der Umsetzung im Unterricht liegt bei den Lehrerinnen und Lehrern. Anhand der Lehrpläne sowie der Lehrbücher und Unterrichtsmaterialien wird ein Stoffverteilungsplan erstellt, der die Themen und wichtigsten Inhalte der einzelnen Unterrichtsstunden festlegt. Dabei wird natürlich auch über die SS und andere NS-Organisationen gesprochen", so der Minister weiter.
Eine gute Ergänzung des Unterrichts könne darüber hinaus auch der Besuch von Gedenkstätten sein, regt Goebel abschließend an. Als Bestandteil eines Projekts könnten sie mit bis zu 80 Prozent der Gesamtausgaben gefördert werden.
Die Antwort auf die Kleine Anfrage (Nr. 2094) "SS und andere NS-Organisationen in Thüringer Lehrplänen?" ist in Kürze im Internet unter www.parldok.thueringen.de/parldok zu finden.
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