Breite Musikoffensive für alle Hamburger Grundschulkinder
Alle Hamburger Grundschulkinder sollen während ihrer vierjährigen Grundschulzeit das Spielen eines Instruments erlernen. Das ist das Ziel der breiten Musikoffensive unter dem Titel ´Jedem Kind ein Instrument´. Den Start des Projekts ermöglicht das Ehepaar Elke und Horst Dörner durch die Spende einer namhaften Summe. Damit ist die verstärkte Ausbildung von Musikpädagogen gesichert, die den wöchentlich drei bis vierstündigen Musikunterricht in Hamburger Grundschulen bald so ausgestalten sollen, dass alle Grundschulkinder ein Instrument erlernen.
09.10.2007 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig:
"Musik ist einer der zentralen Schlüssel zur frühen charakterlichen Bildung unserer Kinder. Sie sollen das erfüllende Erlebnis teilen können, selbst Musik zu machen. Wichtig ist mir besonders, dass wir gerade in den sozial schwächeren Teilen der Stadt die Kinder und Jugendlichen zum Musizieren animieren können. Ich danke dem Ehepaar Dörner für diese großzügige Spende, mit der wir zusätzliche Musiklehrer für die Instrumental-Ausbildung an den Grundschulen erhalten werden. Ich werde alles tun, um weitere Hamburgerinnen und Hamburger dafür zu gewinnen, unsere breite Musikoffensive an Hamburgs Grundschulen zu unterstützen. Unser Ziel: Jedes Kind soll nach vier Jahren Grundschule ein Instrument spielen können."
Elke und Horst Dörner:
"Für uns beide ist es eine große Freude und Ehre, die Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei ihren Bemühungen um die Verbesserung der Musikerziehung in Hamburg zu unterstützen. Wir sind glücklich darüber, dazu beitragen zu können, dass alle Hamburger Grundschüler die Möglichkeit erhalten werden, ein Instrument zu erlernen. Wie schön, dass diese Initiative so große Unterstützung in der Hamburger Politik erfährt."
1. Die Planungen der Behörde für Bildung und Sport
Ziel des Vorhabens ist es, jedem Hamburger Grundschulkind das Erlernen eines Instruments seiner Wahl innerhalb des regulären Musikunterrichtes zu ermöglichen. Bereits im zweiten Grundschuljahr sollen die Kinder zahlreiche Instrumente von der Trompete über das Keyboard bis zur türkischen Saz kennen lernen, wobei der Umgang spielerisch musikalisch erfolgt. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine dauerhafte Bindung der Kinder an ein Instrument entsteht, erhöht sich damit um ein Vielfaches.
Im Laufe des dritten und vierten Schuljahres soll dann der eigentliche Instrumentalunterricht erfolgen und es können die Grundlagen für beständiges Klassenmusizieren gelegt werden. Durch die Integration des Projektes in den regulären Musikunterricht wird tatsächlich jedes Kind, auch das mit bildungsfernem Hintergrund, an die Möglichkeit des Instrumentalspiels herangeführt.
Grundlage für die geplante flächendeckende Einführung des Instrumental-Musizierens an allen Hamburger Grundschulen ist das bestehende Pilotprojekt "Jedem Kind ein Instrument". 7 Schulen nehmen an dieser behördenübergreifenden Initiative der Behörde für Bildung und Sport, der Behörde für Wissenschaft und Forschung und der Kulturbehörde teil, die auch Bestandteil der Hamburger Musikoffensive ist. Die Erfahrungen aus diesem Pilotprojekt, das von einer freiwilligen Teilnahme sowohl der Schulen als auch der Kinder ausgeht, werden bei der Umsetzung an allen Hamburger Grundschulen einbezogen werden.
Damit künftig tatsächlich jedes Hamburger Kind ein Instrument erlernt, sollen schon im Musikunterricht des ersten Schuljahres die Grundlagen für das Erlernen eines Instrumentes durch die Schulung allgemeiner musikalischer Fertigkeiten geschaffen werden. Im zweiten Schuljahr wird jedes Grundschulkind mehrere Instrumente kennenlernen und sich am Ende des Schuljahres für das Erlernen eines Instrumentes entscheiden. Im dritten und vierten Grundschuljahr lernen die Schülerinnen und Schüler ihr Instrument sowohl in der Schule als auch zuhause.
Wissenschaftssenator Jörg Dräger Ph.D. (Cornell U.):
"Dank der großzügigen Spende des Ehepaars Dörner kann die Initiative ´Jedem Kind ein Instrument´ in Hamburg realisiert werden. So können auch Kinder mit bildungsfernem oder sozial schwächerem Hintergrund ein Instrument erlernen. Aber auch die Studierenden der Hochschule für Musik und Theater haben die Chance, schon während ihres Studiums ihre pädagogischen Kenntnisse praxisnah zu vertiefen. Die finanzielle Förderleistung der Familie Dörner hat nicht nur Vorbildcharakter, sondern belegt einmal mehr den hohen Stellenwert bürgerschaftlichen Engagements für die Kinder- und Jugendkultur in Hamburg."
Kultursenatorin Prof. Dr. Karin von Welck:
"Ich freue mich sehr darüber, dass es gelungen ist, weitere starke Partner für die Verbesserung des Musikunterrichts in den Grundschulen zu finden und zu einem wirklichen Bündnis zusammen zu schmieden. Von Anfang an ist mir die Kinder- und Jugendkultur ein Herzensanliegen gewesen. Deshalb erfüllt es mich mit Freude zu sehen, welche Kreise diese Idee mittlerweile gezogen hat und dass neben der Jugendmusikschule nun auch viele andere Institutionen ihre Verantwortung in dieser Hinsicht heute mit einem noch größeren Bewusstsein wahrnehmen. Die Initiative der Hochschule für Musik und Theater und der Bildungsbehörde sehe ich als wirklichen Durchbruch für Hamburg an: Hier wird zum ersten Mal der Anspruch formuliert, wirklich jedes Kind für ein Musikinstrument zu begeistern. Allen Beteiligten, insbesondere den Lehrkräften, wünsche ich eine inspirierende und fruchtbare Unterrichtsarbeit."
2. Die Ausbildung der Lehrkräfte
Die komplexe Art des Unterrichtens erfordert unterschiedliche musikpädagogische Kompetenzen von Lehrkräften: Zum einen ist hier die für die Schule ausgebildete Lehrkraft gefragt, die mit den vielfältigen Methoden des Lernens in der Grundschule und des Musikunterrichtes in Großgruppen vertraut ist. Zum anderen werden auch Instrumentallehrer, die speziell in der Didaktik des Instruments ausgebildet sind, im regulären Musikunterricht unterrichten.
Um nach und nach den rund 40000 Kindern an staatlichen Hamburger Grundschulen das Erlernen eines Instrumentes zu ermöglichen, bedarf es gut ausgebildeter und motivierter Lehrkräfte. Deshalb wird die Bildungsbehörde ab Februar 2008 mit einem breit angelegten Fortbildungsangebot Lehrerinnen und Lehrer der künftigen ersten Klassen unterstützen.
Auf diese Anforderungen hat die Hochschule für Musik und Theater (HfMT) bereits reagiert, in dem sie Ausbildungsmodule entwickelt und in die Studienpläne sowohl der Lehramtsausbildung als auch der instrumentalen Bachelorausbildung mit pädagogischem Schwerpunkt integriert hat. Dazu gehört auch die Entwicklung und Durchführung gemeinsamer Unterrichtsvorhaben in der Schule. So werden für dieses Modell sehr schnell qualifizierte Unterrichtskräfte zur Verfügung stehen.
Prof. Elmar Lampson, Präsident der Hochschule für Musik und Theater:
"Mit dieser Spende schreibt das Ehepaar Dörner Hochschulgeschichte: Es handelt sich um die größte Förderung, die der Bereich der Musikpädagogik der HfMT jemals erhalten hat. Prof. Schönherr und Prof. Haase haben gemeinsam mit ihrem Team, dem neben Mitgliedern der HfMT auch Kolleginnen und Kollegen der Jugendmusikschule und der Akademie Hamburg angehören, ein Konzept erarbeitet, das eine methodische Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen Instrumental- und Schulmusiklehrern schafft. In der HfMT werden in Zukunft auch die Studierenden der künstlerischen Studiengänge auf die Arbeit mit Kindern im schulischen Umfeld vorbereitet. Die große Resonanz, die das Projekt Jedem Kind ein Instrument erhält, ist Ausdruck der wachsenden Erkenntnis über die große Bedeutung von Musik- und Instrumentalunterricht für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
Der Hochschule ist es daher ein Bedürfnis, diese außerordentlichen Verdienste des Ehepaars Dörner um den Bereich der Musikpädagogik an der Hochschule mit der Verleihung der Ehrensenatorwürde zu würdigen."
Wolfhagen Sobirey, Direktor der Staatlichen Jugendmusikschule:
"Der Musikunterricht, der die Kinder Musik beim Singen, Tanzen und Instrumentalspiel seelisch und körperlich erleben lässt, ist der beste. Ihnen ein richtiges Instrument in die Hand zu geben und dann ein paar Jahre lang guten Instrumentalunterricht, das hat zweifellos die nachhaltigste Wirkung. Ich freue mich sehr, dass viele Hamburger Kinder jetzt dazu Gelegenheit haben werden!"
NDR Kultur begleitet die Initiative ´Jedem Kind ein Instrument´ als Kulturpartner.
Barbara Mirow, Programmchefin NDR Kultur:
"NDR Kultur engagiert sich seit vielen Jahren für die musikalische Nachwuchsförderung. Wir sind deshalb mit Freude dabei: ,Jedem Kind ein Instrument´ ist eine großartige Initiative, die wir im Programm von NDR Kultur intensiv begleiten und mit den Möglichkeiten unseres Mediums unterstützen werden."
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