Bürgermeister können ihre Schulen einmotten

Viele Kommunen atmeten nach der Kabinettssitzung im Februar auf. Die Staatsregierung machte endlich die Tür auf, um die Kooperation von Hauptschule und Realschule zu ermöglichen. "Vor allem auf dem Land herrscht an den meisten Hauptschulen Schülermangel und somit besteht dort keine Möglichkeit, diese Schulart allein weiterzuentwickeln", sagt die stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Elternverbands (BEV) Ulrike Stautner. Um die Schulstandorte erhalten zu können, wollten betroffene Gemeinden ihre Kinder, die derzeit zur Realschule in die nächste Stadt fahren müssen, am Wohnort halten. Gleichzeitig wollten sie für Haupt- und Realschüler humanere Bedingungen schaffen, denn sehr oft müssten Realschüler weite Wege in Kauf nehmen. Die Realschulen in den Städten dagegen litten an Platznot und Überfüllung.

24.03.2009 Pressemeldung Bayerischer Elternverband

Um die 100 Gemeinden hatten daher im Laufe der vergangenen Monate einen Antrag auf ein regionales Schulmodell gestellt. Nun sollen sie sich nach dem Willen des Kultusministeriums auf der Basis der neuen Kriterien für Kooperationsschulen erneut bewerben. Erst im März gab die Staatsregierung die für Ende 2008 versprochenen Kriterien bekannt und werfe damit den Kommunen gleich in doppelter Hinsicht die Tür vor der Nase zu: Erstens sollen die vom Sterben bedrohten Schulen eine Partnerschule in der Nähe haben und mindestens zweizügig sein. Zweites kommen die Kriterien viel zu spät. "Wenn Kommunen, die vor der Auflösung ihrer Schule stehen, genügend Schülerinnen und Schüler für eine zweizügige Schule hätten, brauchten sei keine Kooperationsschule", sagt Stautner. Zudem sei es nahezu unmöglich, bis zum Antragsschluss am 26. Mai ein tragfähiges Konzept zu entwickeln.

Da Kultusminister Spaenle vor Monaten ausdrücklich erklärt habe, dass die Kooperationsschule keine kleinen Schulen retten kann und soll, bleibe er die Antwort schuldig, ob er dem Schulsterben auf dem Land überhaupt etwas entgegen setzen will. Wenn nicht sehr bald etwas geschehe, nehme die Staatsregierung billigend in Kauf, dass weitere kleine Schulen sterben, denn viele Kommunen könnten derzeit ihre Schulen kaum noch über Wasser halten, warnt der BEV.

Die Kriterien für die Kooperationsmodelle finden Sie auf der Website des Kultusministeriums unter www.km.bayern.de/km/topthemen/kooperationsmodelle_hs_rs/index.shtml


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