CDU und SPD wollen nicht über Schulstruktur streiten

(bikl/ots) Die Debatte um die Schulstruktur soll nach Ansicht der beiden führenden Bildungspolitiker von Union und SPD nicht ins Zentrum der Bildungspolitik gestellt werden. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und der Berliner Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) zeigten sich in einem Gespräch mit der ZEIT in diesem Punkt einig.

06.02.2008 Artikel

Wer nur über Strukturen rede, so Annette Schavan, versetze dem Bildungssystem erneut einen Schlag. "Am Ende würde dann wieder die Qualitätsfrage in den Hintergrund gedrängt werden, wie bei der Gesamtschuldebatte in den siebziger Jahren." Auch Jürgen Zöllner hält es für "verhängnisvoll, den Streit um die Schulstruktur ins Zentrum zu rücken. Aber auch hier stehen ja die Zeichen auf Entspannung", sagte Zöllner. "In Hamburg etwa haben sich CDU und SPD auf den Kompromiss eines Zweisäulenmodells geeinigt: Erhalt des Gymnasiums und Zusammenlegung unter anderem der Haupt- und Real- und Gesamtschulen."

Gleichwohl versuchten Zöllner und Schavan Unterschiede in der Bildungspolitik herauszustellen. Die Bildungspolitik von CDU und CSU sei erwiesenermaßen besser im Blick auf Qualität und Gerechtigkeit, erklärte die Bundesbildungsministerin. Das hätten die Pisa-Studien gezeigt. Demgegenüber betonte Zöllner, dass die Leistungen bei Pisa zwar wichtig seien, aber "nicht alles". Für die Entwicklung von Arbeiter- und Migrantenkindern sei es auch wichtig, Abitur zu machen oder zumindest einen Hauptschulabschluss. Da hätten SPD-regierte Länder vielfach die Nase vorn.

Beim Imageproblem der Bildungspolitik waren sich die beiden Politiker schließlich wieder erstaunlich einig. Schavan beklagte die überzogenen Erwartungen der Öffentlichkeit an Bildungspolitik und Schule. Wenn sich Erziehungsprobleme zeigten, werde immer nur auf die Schule geschaut. Selbst beim Bewegungsarmut und Fehlernährung von Kindern und Jugendlichen, ergänzte Zöllner, lande der Schwarze Peter bei der Schule.


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