Computereinsatz mit "Schereneffekt"
(bikl) Der Computer ist in Deutschlands Schulen noch immer kein Standardmedium. "Die Ergebnisse des internationalen Vergleichs lassen für Deutschland eine vergleichsweise geringe Wirksamkeit der Schule bei der Vermittlung computerbezogener Kenntnisse vermuten", heißt es etwas sperrig in der heute veröffentlichten PISA-Ländervergleichsstudie.
03.11.2005 ArtikelWas das bedeutet, wird anhand der Zahlen schnell deutlich: So bestätigten nur 21 Prozent der deutschen Schüler, dass der Computer regelmäßig in der Schule eingesetzt wird, im OECD Durchschnitt sind es 39 Prozent.
Dabei liegen die Bundesländer Bayern und Brandenburg mit 34 bzw. 31 Prozent an der Spitze, während Sachsen-Anhalt und Thüringen mit 14 bzw. 13 Prozent die Schlusslichter bilden. Zum Vergleich: In Dänemark liegt der regelmäßige Computereinsatz bei 65 % und in Australien bei 58 %.
Ohne eigenen PC: Schlechte Karten
Die Studie kommt allerdings zu einem weiteren interessanten Ergebnis: Jugendliche, die zu Hause über PC und Internet verfügen, sind ihren Altersgenossen ohne entsprechende Ausstattung nicht nur weit voraus, sie profitieren auch erheblich stärker vom schulischen Computereinsatz.
Somit komme es zu einem "Schereneffekt", heißt es in der Studie. "Die Rückstände im Computerwissen von Jugendlichen mit unzureichenden häuslichen Zugangsbedingungen vergrößern sich im Vergleich zu komfortabel ausgestatteten Jugendlichen durch den schulischen Computereinsatz noch."
Es gibt Ausnahmen
Allerdings sind die Ergebnisse in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich. Obwohl Nordhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit 17% bzw. 23% regelmäßiger PC-Nutzung im Unterricht quantitativ alles andere als an der Spitze liegen, profitieren in diesen Ländern beide Gruppen von Jugendlichen vom PC-Unterricht. In Sachsen und Hessen aber – mit 29 % bzw. 21% regelmäßigem PC-Unterricht - bleibt der "förderliche Effekt auf die Jugendlichen mit guten häuslichen Zugangsbedingungen zu neuen Medien beschränkt."
Keine Kommentare vorhanden