Das Geheimnis des Bauchredners
Bauchredner, Botanik und Bakterien in Brennstoffzellen haben junge Forscher aus Hessen zum Landessieg bei Jugend forscht geführt. Mit besonders innovativen Arbeiten traten am vergangenen Freitag 50 Nachwuchswissenschaftler beim Landeswettbewerb in Darmstadt an, der von der Merck KGaA ausgerichtet wurde. Aus insgesamt 27 vorgestellten Projekten wählte die Jury 8 Arbeiten aus, die einen ersten Preis erhielten und Hessen auf dem Bundeswettbewerb im Mai in Dortmund vertreten dürfen.
21.03.2005 Pressemeldung Stiftung Jugend forscht e.V.Jörg Metzner (19) und Marcel Schmittfull (17) aus Bad Homburg/Schweinfurt untersuchten physikalische Aspekte der Schallausbreitung in Mund und Gaumen und entzauberten damit die Kunst der Bauchredner. So entsteht Bauchreden nicht wirklich im Bauch, sondern ist das Resultat einer geschickten Zungenstellung. Lohn dieser Erkenntnis: der Sieg im Fachgebiet Physik und die Teilnahme am Bundeswettbewerb. Bereits 2003 hatte Marcel Schmittfull den Preis des Bundeskanzlers für die originellste Arbeit gewonnen.
Wie sich die Botanik nach verheerenden Waldbränden wieder erholt, konnte Stefan Zammert vom Johanneum in Herborn zeigen: Mit Hilfe von Satellitenbildern beobachtete der 19-Jährige zerstörte Landstriche in Spanien und Portugal. Im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften erhielt er für diese Arbeit den ersten Preis. Sieger im Fach Chemie wurde Axel Jäger (19) aus Frankfurt. Der Schüler entwickelte eine biologische Brennstoffzelle, die den Stoffwechsel von Bakterien nutzt, um Energie zu erzeugen. Als beste interdisziplinäre Arbeit zeichnete die Jury das Projekt "Hagebutte gegen Herpes" aus. Milan Gerovac (16), Laura Kämpfer (17) und Kirsten Schneider (17) aus Neu-Isenburg untersuchten die Inhaltsstoffe verschiedener Teesorten auf Wirksamkeit gegen Herpes-Viren. Überraschend lag die heimische Hagebutte als Virenhemmer vorn.
Die Technikjury überzeugten Julius Jöhrens (18) und Ingmar Gundlach (18) aus Frankfurt mit ihrem ABS-System für Mountainbikes. Ein erster Platz in Mathematik/Informatik wurde dem erst 15-jährigen Philipp Hülsdunk für seine Arbeit "Geometrie auf den Punkt gebracht" zuerkannt. Den Landessieg im Fachgebiet Arbeitswelt errangen die Geschwister Michel (19) und Tobias (20) Helms aus Melsungen. Sie entwickelten eine Software, die den Lehrern die Kursvergabe für Stundenpläne erleichtert. Auch Sasan Partovi (18) aus Friedberg, Lisa Marlene Reinhard (20) aus Heidelberg und Anja Kretzschmar (20) aus Schwäbisch Hall fahren zum Bundeswettbewerb. Ihre Untersuchungen zum Wachstum von Tumoren wurde mit dem Landessieg im Fachgebiet Biologie ausgezeichnet.
Der 40. Bundeswettbewerb Jugend forscht findet vom 26. bis 29. Mai 2005 in Dortmund statt. Ausrichter des Finales sind die Stiftung Jugend forscht e. V. und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Alles Wissenswerte sowie viele downloadfähige Fotos aus vier Jahrzehnten Jugend forscht finden Sie unter www.jugend-forscht.org.
Kontaktadresse:
Stiftung Jugend forscht e.V.
Baumwall 5
20459 Hamburg
Tel.: 040 / 374709 - 0
Fax : 040 / 374709 - 99
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