Der Blick von außen als Chance - Qualitätssicherung in der Bildung durch Externe Evaluation von Schulen

Das Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur hat seit knapp zwei Jahren an saarländischen Grundschulen externe Evaluationen durchgeführt. Künftig sollen auch die Erweiterten Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien in das Verfahren mit einbezogen werden, teilte das Ministerium heute (07.11.2008) mit. Die externe Evaluation gibt der einzelnen Schule eine konstruktive Rückmeldung zu der Schule als Ganzes und beinhaltet Themenbereiche, wie zum Beispiel: Unterrichtsmethoden, Schulregeln, Transparenz der Leistungsanforderungen, Schulorganisation, Unterrichtsklima, Kooperation zwischen Elternhaus und Schule, Hausaufgaben, Schulzufriedenheit, und Kooperation in den Kollegien. Qualitätssicherung durch externe Evaluation beurteilt ausdrücklich nicht die Arbeit einzelner Lehrkräfte und erstellt auch kein Ranking der Schulen.

07.11.2008 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Das Konzept der externen Evaluation von weiterführenden Schulen wurde den Schulleiterinnen und Schulleitern sowie Personalvertretern aller Schulen vorgestellt. 17 Schulen haben spontan ihre Bereitschaft bekundet, an der freiwilligen Erprobungsphase teilzunehmen, in deren Verlauf die Evaluationsinstrumente, wie beispielsweise Fragebögen für Lehrer, Schüler und Eltern, optimiert werden. Nach der Erprobungsphase werden nach und nach alle Schulen einbezogen.

Zwischenbericht für die Grundschulen zeichnet positives Bild

Im Bereich der Grundschulen sind inzwischen 35 Schulen in die Evaluationsmaßnahme einbezogen worden. Für die ersten 25 Schulen liegt ein zusammenfassender Zwischenbericht über die Arbeit dieser Schulen vor.

Der weit überwiegende Teil der Eltern ist mit der Arbeit der Schulen zufrieden, und zumeist ist die Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule gut. In fast allen Schulen ist - trotz starker Arbeitsbelastung - ein sehr hohes Engagement der Schulleitungen erkennbar. Außerdem ist ein großer Teil der Lehrkräfte nicht nur im Unterricht selbst, sondern auch darüber hinaus sehr engagiert. Das zeigt sich beispielsweise an einer Vielzahl von Projekten, Wettbewerben und anderen außerschulischen Aktivitäten. Hervorzuheben sind auch die Arbeit der Fördervereine und die hohe Zahl von Eltern, welche die Schulen vielfältig unterstützen. Feststellbar ist zudem eine deutliche Entwicklung zu mehr Zusammenarbeit in den Kollegien.

Der Zwischenbericht nennt auch Handlungsfelder, auf denen in vielen Schulen weitere Qualitätsverbesserungen als möglich erachtet werden. Häufiger genannt wurden in den Schulberichten zum Beispiel die Arbeit mit dem Computer im Unterricht, die Lerndifferenzierung auf unterschiedlichen Niveaustufen, die Weiterentwicklung des Förderunterrichts, die Pausenaufsicht sowie die Verabredung gemeinsamer Handlungsleitlinien der Kollegien beim Umgang mit Unterrichtsstörungen.

Nach anfänglicher Skepsis bei einigen Schulen zeigten sich nach Durchführung der Schulbesuche alle Schulen grundsätzlich offen für die externe Evaluation und waren bereit, die Impulse für die Weiterentwicklung aufzugreifen. Aber nicht nur für die Schulen, sondern auch für die Schulaufsicht ergaben sich wertvolle Hinweise für die Weiterarbeit.

Wissenschaftlich begleitet wird die externe Evaluation durch die Universität Erfurt. Gegenwärtig wird das saarländische Konzept vom dortigen Fachbereich Erziehungswissenschaft begutachtet.

Informationen zur externen Evaluation und der vollständige Zwischenbericht für 25 Grundschulen finden sich im Internet unter www.saarland.de/qualitaetssicherung.htm.


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