Auszeichnung

"Deutscher Lehrerpreis 2013" in Berlin verliehen

Die Gewinner der diesjährigen Auflage des bundesweiten Wettbewerbs "Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ" stehen fest. Insgesamt 16 Lehrerinnen und Lehrer sowie sechs Pädagogen-Teams aus neun Bundesländern wurden heute in Berlin für ihr herausragendes pädagogisches Engagement ausgezeichnet. Die Ehrung wurde vorgenommen von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der Technischen Universität München, und den Kultusministern der siegreichen Bundesländer.

26.11.2013 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)

Fast 3.500 Schüler und Lehrkräfte hatten sich in diesem Jahr an dem Wettbewerb beteiligt, der seit 2009 jährlich von der Vodafone Stiftung Deutschland und dem Deutschen Philologenverband initiiert wird. In der Kategorie "Schüler zeichnen Lehrer aus", einer von zwei Wettbewerbskategorien, haben Schülerinnen und Schüler der diesjährigen Abschlussklassen besonders engagierte Lehrkräfte nominiert. Dabei gingen die meisten Preise in dieser Kategorie mit vier Auszeichnungen nach Nordrhein-Westfalen, gefolgt von den Freistaaten Bayern und Sachsen mit jeweils drei Ehrungen. Zweimal konnte die Jury engagierte Pädagogen aus Baden-Württemberg prämieren. Je ein Preisträger in der Kategorie "Schüler zeichnen Lehrer aus" kommt in diesem Jahr aus Berlin, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein.

Der Präsident der Technischen Universität München, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann, unterstrich bei der Preisverleihung das herausragende pädagogische Engagement aller diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger: "An der Lehrerbildung hängt die Ausbildung unserer Kinder und damit die Zukunft unseres Landes. Der Lehrerberuf ist einer der verantwortungsvollsten und schwierigsten akademischen Berufe überhaupt. In diesem Sinne sind nicht nur eine fundierte fachwissenschaftliche und didaktische Lehrerbildung von höchster Wichtigkeit, sondern auch die Wertschätzung der Lehrerpersönlichkeit und deren Engagement. Die heutigen Preisträger haben auf beeindruckende Weise gezeigt, was Engagement im Lehrerberuf bedeutet."

In der zweiten Kategorie des Wettbewerbs, "Lehrer: Unterricht innovativ", hatten auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Lehrer-Teams aus ganz Deutschland eine Vielzahl innovativer, fächerübergreifender Unterrichtsprojekte eingereicht. Den mit insgesamt 5.000 Euro dotierten ersten Preis in dieser Kategorie erhielt ein dreiköpfiges Pädagogen-Team des Ludwig-Meyn-Gymnasiums im schleswig-holsteinischen Uetersen. Im Rahmen des Projekts "Klasse schreibt ein Lexikon" konnten die beteiligten Schülerinnen und Schüler die komplexen Schritte einer Buchentstehung praktisch nachvollziehen und selbst umsetzen. Konkret haben die Zehntklässler mit ihren Lehrern das Konzept eines Lexikons über ihre Heimatstadt entwickelt, Inhalte dafür recherchiert, Texte verfasst und das Buch anschließend selbst vermarktet.

Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbandes, betonte mit Blick auf die ausgezeichneten Unterrichtsprojekte den hohen Stellenwert von Team-Arbeit im heutigen Schulbetrieb: "Nachhaltiges Wissen bei Schülerinnen und Schülern wird vor allem dadurch gefördert, dass Sachverhalte und Unterrichtsgegenstände aus der Perspektive mehrere Fächer und aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden. Fächerübergreifende Projekte von Lehrerteams leisten hierzu einen ganz wertvollen Beitrag."

Der vom Cornelsen Verlag gestiftete und mit 4.000 Euro dotierte zweite Preis in dieser Kategorie ging an drei Pädagoginnen des Sonderpädagogischen Förderzentrums im bayerischen Neutraubling. Im Verlauf des Projekts verfassten und illustrierten sie mit Schülerinnen und Schülern der sechsten Klasse ein eigenes Kinderbuch gegen Mobbing. Das Buch wurde von den Schülern anschließend in Kindergärten, Grundschulen und in der Neutraublinger Bibliothek anderen Kindern vorgelesen. Die im Buch abgedruckten Illustrationen wurden zudem öffentlich präsentiert.

Zur Bedeutung des Wettbewerbs sagte Dr. Mark Speich, Geschäftsführer der Vodafone Stiftung Deutschland: "Der ´Deutsche Lehrerpreis` ist Ausdruck der Wertschätzung für Lehrerinnen und Lehrer in unserem Land, die mit ihrem Engagement einen unersetzbaren Beitrag zu der Zukunftsfähigkeit unseres Landes leisten. Bei der Förderung unserer wichtigsten Ressource ´Bildung` kommt Lehrerinnen und Lehrern eine zentrale Rolle zu. Für diese Leistung und Verantwortung verdienen sie unsere höchste Anerkennung." Ganz im Zeichen der jüngsten deutschen Geschichte stand das Projekt "Mit dem Rad Geschichte erfahren", wofür zwei Lehrer des Max-Beckmann-Gymnasiums in Frankfurt am Main den mit 2.000 Euro dotierten dritten Preis in der Kategorie "Lehrer: Unterricht innovativ" erhielten. Auf einer Fahrradtour mit Schülern entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Hessen und Thüringen zielte das Pilotprojekt auf eine direktere und alternative Auseinandersetzung mit der deutschen Teilung im Unterricht. Darüber hinaus zeichnete die Jury noch drei weitere innovative Unterrichtskonzepte aus. Zwei dieser jeweils mit 1.000 Euro dotierten Sonderpreise gingen nach Bayern an das Albrecht-Ernst-Gymnasium in Oettingen (Projekt "Lernen in Lernlandschaften") und an das Robert-Koch-Gymnasium in Deggendorf (Projekt "fair future Jahr"). Ein dritter Sonderpreis wurde an das Gymnasium Liebfrauenschule im niedersächsischen Oldenburg (Projekt "Hin und weg") vergeben.

Das Ziel der Initiatoren des Wettbewerbs "Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ" ist es, die positiven Leistungen von Lehrern und Schülern stärker zu würdigen und deutlicher in den Vordergrund der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken. Über die Preisträger entscheidet eine hochrangig besetzte Wettbewerbs-Jury. Dieser gehören unter anderem an: Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Rheinland-Pfalz, Brunhild Kurth, Sächsische Staatsministerin für Kultus, Prof. Dr. Kathrin Fussangel, Professorin für Empirische Schulforschung an der Bergischen Universität Wuppertal, Prof. Dr. Manfred Prenzel, Lehrstuhl für Empirische Bildungsforschung und Gründungsdekan der TUM School of Education (TU München), sowie Prof. Dr. Jürgen Baumert, Direktor Emeritus am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin und Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft, und die Schülervertreter Yasemin Cec, Landesvorsitzende der SchülerInnenkammer Hamburg, und Tom Josten, Vorstandsmitglied der LandesschülerInnenvertretung Nordrhein Westfalen.

Darüber hinaus vertreten Prof. Susanne Porsche, Mitglied des Beirats der Vodafone Stiftung Deutschland, Dr. Mark Speich und Heinz-Peter Meidinger die Initiatoren des Wettbewerbs in der Jury.

Die Bewerbung für die Wettbewerbsrunde 2014 ist ab sofort wieder im Internet auf www.lehrerpreis.de möglich.


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