Die Bildungsstandards werden nicht verändert

Auf der heutigen Sitzung der Kultusministerkonferenz in Bonn war die umstrittene Absenkung von Bildungsstandards kein Thema mehr. Schulministerin Barbara Sommer: "Nordrhein-Westfalen hat eine Absenkung der Bildungsstandards zur Erlangung des Hauptschulabschlusses im Vorfeld bereits abgelehnt. Ich freue mich sehr, dass wir bei diesem Thema inzwischen Einigkeit erzielt haben und eine Debatte nicht mehr notwendig war."

04.12.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Es sei Ziel der Landesregierung, die Messlatte für diejenigen Jugendlichen aus Hauptschulen und Gesamtschulen hochzuhalten, die den Hauptschulabschluss erwerben. "Aber wir wollen ihnen auch ermöglichen diese Messlatte zu überspringen", betonte die Schulministerin. Um dieses Ziel zu erreichen, erhielten die Hauptschulen die notwendige Unterstützung, um ihrer besonderen pädagogischen Herausforderung gerecht zu werden. Hierzu gehöre etwa eine noch bessere Förderung der Schülerinnen und Schüler.

Ministerin Sommer: "Wir bauen deshalb in Nordrhein-Westfalen den Ganztag an den Hauptschulen massiv aus, wir stärken die Praxis- und Berufsorientierung und wir stellen in erheblichem Umfang zusätzliche Lehrer und Sozialpädagogen ein. Dadurch machen wir die Hauptschule zu einer starken Säule des gegliederten Schulsystems." Ein wichtiges Thema der heutigen Sitzung war auch die Fortführung der Vergleichsstudien. Hierzu hat die KMK beschlossen, dass auch im Jahr 2009 ein Leistungsvergleich der Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse stattfindet.

Barbara Sommer: "Hierzu zählen selbstverständlich auch die Hauptschüler. Es kam für mich nicht in Frage, die Hauptschulen aus den Leistungsvergleichen herauszunehmen.

Nur weil die Wissenschaftler bei ersten Überprüfungen zu dem Zwischenergebnis gelangt sind, dass an manchen Stellen das Bildungsniveau noch nicht zufriedenstellend ist, darf das nicht dazu führen, dass sich Hauptschüler keinen Vergleichstests mehr stellen dürfen."

Mit der Forderung, dass die Bundesländer im nächsten Jahr zusätzlich einen PISA E-Test durchführen, konnte sich Nordrhein-Westfalen innerhalb der KMK nicht durchsetzen. "Ich bedauere diese Entscheidung sehr. Wir werden nun prüfen, ob zusätzlich zu dem nationalen Vergleichstest eine eigenständige Auswertung der PISA-Ergebnisse für Nordrhein-Westfalen durchgeführt werden kann. Das würde eine internationale Einordnung der Ergebnisse ermöglichen sowie eine Vergleichbarkeit mit den Ergebnissen der vergangenen PISA-Tests. Daraus ließen sich dann eindeutige Entwicklungen ablesen", betonte die Schulministerin.


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