Digitalisierung

Digitalpakt für Schulen muss jetzt schnell kommen

Länder fordern von Bundesbildungsministerin Karliczek Taten: Bildungssenator Ties Rabe, zugleich Sprecher der SPD-geführten Kultusministerien der Länder, hat Bundesbildungsministerin Anja Karliczek aufgefordert, den Digitalpakt jetzt zügig zu unterzeichnen.

03.04.2018 Bundesweit Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)
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„Deutschlands Schulen geraten im internationalen Vergleich immer mehr in Rückstand, wenn wir nicht endlich handeln. Seit einem Jahr liegt eine von Bund und Ländern gemeinsam ausgehandelte, unterschriftsreife Eckpunkte-Erklärung für eine bessere digitale Ausstattung der Schulen auf dem Tisch. Leider hat der Bund die Vereinbarung bis heute nicht unterzeichnet. Wir müssen diesen Stillstand jetzt zügig überwinden, die Eckpunkte noch im Frühjahr 2018 unterzeichnen und bis zum Sommer 2018 eine detaillierte Vereinbarung ratifizieren. Die Schulen haben lange genug gewartet, wir müssen jetzt handeln.“

Senator Rabe weiter: „Nach vielen Irritationen müssen wir jetzt zu alter Gemeinsamkeit zurückfinden und uns konzentriert an die Arbeit machen. Wir sind dazu bereit, aber es muss endlich vorangehen. Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, wieder bei „Null“ anzufangen, die Gespräche durch immer neue Ideen in die Länge zu ziehen oder gar die lange ausgehandelten Kompromisse wieder aufzuschnüren. Wenn jetzt alle Seiten verantwortlich handeln, können die Länder zum neuen Schuljahr die ersten Umsetzungsschritte angehen. Auf Worte müssen nun Taten folgen.“

Bereits 2016 hatten sich alle deutschen Kultusministerinnen und -minister auf eine gemeinsame Strategie geeinigt, um Deutschlands Schülerinnen und Schüler besser auf das Leben in der digitalen Welt vorzubereiten. Ties Rabe: „Digitale Medien prägen Beruf, Studium und Freizeit. Schülerinnen und Schüler müssen darauf in der Schule besser vorbereitet werden. Wir wollen deshalb die Schulen so ausstatten und den Unterricht so verändern, dass künftig in jedem Schulfach digitale Medien wie Tablets, Computer oder Smartphones genauso selbstverständlich genutzt werden wie Arbeitsheft und Schulbuch.“

Auf dieses Ziel und klare Schritte dahin hatten sich die Kultusministerinnen und -minister und das Bundesbildungsministerium in einer gemeinsam erarbeiteten Eckpunkte-Erklärung bereits im Frühjahr 2017 verständigt. Der Bund hatte damals zugesagt, den Ländern fünf Jahre lang jährliche eine Milliarde Euro für eine bessere Ausstattung der Schulen mit digitalen Medien zur Verfügung zu stellen. Die Länder versprachen im Gegenzug, die Bildungspläne zu überarbeiten, Schritt für Schritt die rund 700.000 Lehrkräfte fortzubilden und digitale Unterrichtsmaterialien zu entwickeln.

Ties Rabe: „Für uns alle unerwartet hat der Bund damals die gemeinsam vereinbarte Erklärung nicht unterschrieben. Die Bundestagswahl und die erfolglosen Jamaika-Verhandlungen haben dazu geführt, dass jetzt ein ganzes Jahr ergebnislos verstrichen ist. Die Länder mussten wegen der unklaren Lage ihre umfassenden Pläne zur Digitalisierung der Schulen notgedrungen anhalten oder auf Sparflamme zurückdrehen.“

Dennoch haben viele Länder Einzel-Maßnahmen bereits gestartet. So erarbeiten in Hamburg beispielsweise zahlreiche Lehrkräfte im Auftrag der Bildungsbehörde Unterrichtsbeispiele mit digitalen Medien. Diese Unterrichtsbeispiele werden als so genannte „open educational resources“ (OER) standardisiert und über ein interaktives Bildungsportal allen Lehrkräften für die eigene Nutzung zugänglich gemacht. Bildungssenator Ties Rabe: „Beispielsweise können Smartphone und Fotoprogramme im Unterricht zur Dokumentation chemischer Experimente genutzt werden, Mathematik-Lernprogramme helfen bei beim Erlernen der binomischen Formeln und mit digitalen Tonstudios lassen sich über jeden Laptop gemeinsam Musikstücke produzieren. Digitale Medien bieten große Chancen, den Unterricht und das Lernen zu bereichern.“ Schon seit 2014 werden in Hamburg digitale Lernplattformen und das Lernen der Schülerinnen und Schüler mit ihren eigenen Smartphones und Tablets im Unterricht erprobt.

Hamburg Vorreiter mit „digital.learning.lab“ für digitale Unterrichtsbausteine

Schulbehörde, Joachim Herz Stiftung und die Technische Universität Hamburg (TUHH) haben kürzlich begonnen „digitale Unterrichtsbausteine“ zu entwickeln, die ab dem Schuljahr 2018/19 allen Hamburger Lehrkräften auf dem neu von der TUHH entwickelten Internetportal „digital.learning.lab“ zur Verfügung gestellt werden sollen. Die Unterrichtsbausteine umfassen Unterrichtskonzepte sowie vielfältige digitale Unterrichtsmaterialien für zahlreiche Themengebiete in allen Schulfächern der weiterführenden Schulen. Sie sollen von Lehrkräften über das neue Internetportal digital.learning.lab als so genannte „open educational resources“ (OER) kostenlos heruntergeladen und im Unterricht in allen weiterführenden Schulen eingesetzt werden können.


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