"Eine neue Kultur der Zusammenarbeit"

"Die gemeinsame Fortbildung von Ausbildern und Lehrkräften hat sich als vertrauensbildende Maßnahme erwiesen, die zu einer von allen Beteiligten akzeptierten neuen Kultur der Zusammenarbeit geführt hat", so lautet das Fazit von Claudia Galetzka, die am Institut für Qualitätsentwicklung für die Modellprojekte und somit auch für das "M+E Qualifizierungsnetzwerk zur Einführung der neuen Metall- und Elektroberufe (MEQ)" verantwortlich ist. Die Erfahrungen aus diesem Großprojekt, das zum 1. Januar 2004 ins Leben gerufen wurde und im Juni 2008 ausläuft, wurden am 29. April auf einer Abschlusstagung in den Räumen der Frankfurter Industrie- und Handelskammer bilanziert. Geladen waren Vertreter der Schulen, der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Politik.

29.04.2008 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Hintergrund für die Gründung des "M+E Qualifizierungsnetzwerks", das vom Institut für Qualitätsentwicklung koordiniert und vom Hessischen Kultusministerium, vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung sowie vom Europäischen Sozialfonds gefördert wurde, war die Neuordnung der Metall- und Elektroberufe von 2003 und 2004. Damals wurden nicht nur mehrere neue Berufe – wie z. B. "Elektroniker/-in für Betriebstechnik" – geschaffen, sondern auch neue Rahmenlehrpläne und Ausbildungsordnungen entwickelt, die sich durchgängig an den betrieblichen Arbeits- und Geschäftsprozessen orientieren: Nicht mehr die Vermittlung von Einzelfertigkeiten und isolierten Wissensinhalten soll nun im Mittelpunkt der Ausbildung stehen, sondern die Entwicklung der fachlichen, persönlichen und sozialen Kompetenzen, die zur Bearbeitung kompletter Kundenaufträge erforderlich sind. Für Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe war und ist diese Neuordnung eine große Herausforderung.

Das "M+E Qualifizierungsnetzwerk" sollte die hessischen Schulen und Betriebe bei der Umsetzung unterstützen. Im Rahmen des viereinhalbjährigen Projekts haben Lehrkräfte aus 53 Berufsschulen mit Ausbildern aus 750 Betrieben in regionalen Kooperationsgruppen zusammengearbeitet, sich gemeinsam fortgebildet und Lernsituationen für den Unterricht und die betriebliche Ausbildung entwickelt. Die Besonderheit der MEQ-Kooperationsgruppen, die auch nach dem Ende des Projekts fortbestehen werden, liegt darin, dass sie sich aus Lehrkräften und Ausbildern zusammensetzen, die in ihrer täglichen Arbeit die gleichen Jugendlichen betreuen. "Ohne eine enge Zusammenarbeit von Schulen und Betrieben", so Manfred Mahler (Projektleiter Wirtschaft), "ist eine Umsetzung des neuen, handlungsorientierten Ansatzes kaum möglich." Darüber hinaus wurde im Rahmen von MEQ ein Internet-Netzwerk aufgebaut, das über die Projektlaufzeit hinaus einen intensiven, auch berufsübergreifenden Austausch zwischen den Kooperationsgruppen ermöglichen soll.


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