Einstieg in die Entlastung von Lehrkräften gelungen

Nach vielen Aktionen und zähen Verhandlungen hat es jetzt einen ersten Teilerfolg in der Frage der Entlastung der überlasteten Lehrkräfte gegeben: - Die vielfach kritisierten zusätzlichen Präsenztage in den Ferien wurden um 2 Tage reduziert. - Die Fortbildungsverpflichtung gilt für Teilzeitkräfte nur noch anteilig. - Die stark angestiegenen Dokumentationsverpflichtungen der Lehrkräfte sollen verringert werden. - Die Bildungsbehörde stellt Entlastungsstunden im Umfang von sechs Lehrerstellen für die Arbeit in besonders belasteten Klassen der Sekundarschule zur Verfügung.

08.07.2008 Bremen Pressemeldung Bremen Senatorin für Wissenschaft und Häfen

Bereits 2005 hatte der Personalrat Schulen einen Initiativantrag gestellt, weil die Lehrkräfte an den Bremer Schulen insbesondere durch zusätzliche außerunterrichtliche Aufgaben immer stärker belastet wurden und Mehrarbeit leisten mussten.
Nach anfänglichen Weigerungen wurde die Bildungsbehörde durch einen Beschluss des Verwaltungsgerichtes Anfang 2007 zu Verhandlungen mit dem Personalrat verpflichtet.
Schon 2006 hatten rund 600 Lehrkräfte mit persönlichen "Überlastungsanzeigen" an den Bildungssenator auf ihre schwierige Situation hingewiesen.
Bestätigt wurde die Überlastung der Lehrkräfte 2006 durch eine Untersuchung von Professor Schönwälder von der Universität Bremen.
Erst 2007 wurde eine von der Bremer Bildungsbehörde in Auftrag gegebene Ganztagsschul-Untersuchung von Professor Dr. Holtappels (Institut für Schulentwicklungsforschung, Dortmund) bekannt, in der den Bremer Lehrkräften eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 53,45 Stunden bescheinigt wurde. Dies bedeutet selbst bei Berücksichtigung der Ferien eine regelmäßige Mehrarbeit von rund acht Stunden pro Woche.

Diesen Fakten konnte sich die gesetzlich vorgeschriebene Einigungsstelle nicht verschließen und hat erste Schritte zum Abbau der Überlastung der Lehrkräfte beschlossen.
Elke Baumann vom Bremer Gesamtpersonalrat kommentiert:
"Mit diesem Ergebnis ist ein erster Einstieg in die notwendige Entlastung der Lehrkräfte gelungen!" Die Reaktion des Personalrat Schulen auf den Einigungsstellenbeschluss ist positiv, aber verhalten: "Notwendig wäre mehr gewesen, insbesondere eine Klassenlehrerstunde für die mit besondere vielen zusätzlichen Aufgaben belasteten KlassenlehrerInnen und Tutoren, aber so hat die Einigungsstelle die grundsätzliche Notwendigkeit der Entlastung der Lehrkräfte anerkannt, so der Personalrat Hajo Kuckero.
Die Personalratsvorsitzende Petra Lichtenberg kündigte an, dass der Personalrat Schulen sich auch weiterhin für besseren Unterricht und gute Arbeitsbedingungen der Beschäftigten an den Schulen einsetzen werde: "Diese ersten Entlastungen sind für uns der Anfang."

Bremen, 08.07.2008
Personalrat Schulen


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