Eltern- und Lehrerverbände gegen SPD-Schulstrukturpläne
Elternorganisationen und Lehrerverbände der Schulformen der Hauptschule, Realschule und des Gymnasiums sind entsetzt: Die Landes-SPD plant die Zerschlagung von 719 Hauptschulen, 557 Realschulen, 632 Gymnasien und 219 Gesamtschulen. Die im Aktionsbündnis Schule zusammengeschlossenen 16 schul- und hochschulpolitischen Organisationen und Institutionen lehnen diese Pläne entschieden ab.
17.08.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Aktionsbündnis Schule"Dieser Großangriff auf alle (!) Schulformen – aktuell sind 2.127 Schulen betroffen - ist kopf- und konzeptionslos. Es ist wahnwitzig, sich mit der überwältigenden Mehrheit der Eltern und Lehrkräfte anzulegen", so Peter Silbernagel, Sprecher des Aktionsbündnisses Schule. Längst geht es nicht mehr um Strukturkonzepte bei rückläufigen Schülerzahlen. Längst geht es nicht mehr um Konzepte für den ländlichen Raum. Knallhart strebt man ein "vollständig integratives System" (SPD-Beschlusspapier) an. Die Möglichkeit, in der geplanten Gemeinschaftsschule ab Klasse 7 auch schulformbezogene Zweige einrichten zu können, ist nur noch ein Feigenblatt, denn ausdrücklich will man nur integrative Modelle besonders fördern.
Phänomenal ist, dass die SPD aus den Erfahrungen des letzten Landtagswahlkampfes nichts gelernt hat. Damals hatten die Veranstaltungen des Aktionsbündnisses Schule Schulpolitik zu einem beherrschenden wie auch entscheidenden Wahlkampfthema gemacht.
"Glaubt die SPD etwa, wir würden tatenlos zusehen, wie den Schülerinnen und Schülern – zur Zeit sind dies 1.342.640 Schülerinnen und Schüler – ein unerprobtes, unbrauchbares und unverantwortliches Schulkonzept verordnet wird?" warnt Peter Silbernagel. "Die SPD macht sich keine Vorstellungen davon, welchen Widerstand ihr Zerschlagungsvorhaben provoziert".
Viele SPD-Mitglieder warnen die Entscheidungsträger. Noch ist trotz des schmalen Zeitfensters noch eine Umkehr möglich. Sturheit und Unbelehrbarkeit aber werden die SPD ins schulpolitische Abseits stellen mit gravierenden Folgen für die bildungspolitische Glaubwürdigkeit. Das Aktionsbündnis Schule sieht diese Entwicklung mit großer Sorge.
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