Bayern

"Empfehlungen des Kultusministeriums und Engagement der Schulen, die Schüler zu entlasten, zeigen Wirkung"

"Die Empfehlungen des Bayerischen Kultusministeriums und das Engagement der bayerischen Gymnasien, die Schülerinnen und Schüler zu entlasten, zeigen Wirkung." Mit diesen Worten fasste Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle die Ergebnisse der vierten Runde des Monitorings zur Einführung der Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums zusammen. In die Erhebung im Mai war rund ein Sechstel der staatlichen Gymnasien Bayerns einbezogen worden.

08.07.2010 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Mit Hilfe des Monitoringprozesses wollen wir die Schüler bei der Einführung der Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums begleiten, gute Modelle finden und weitergeben, mögliche Probleme erkennen und sie angehen", so der Minister.

Ergebnisse konkret

Von den Ergebnissen der vierten Erhebung griff Dr. Spaenle folgende

heraus:

  1. Viele Schülerinnen und Schüler wurden zeitlich entlastet:

    • 24 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die mehr als die erforderliche Mindestzahl von Stunden belegt haben, haben die vom Ministerium eröffnete Möglichkeit, diese Stundenzahl zu reduzieren, genutzt. Drei Viertel der Schüler senkten ihr Stundenpensum nicht auf die Pflichtstundenzahl.
    • Hinsichtlich der Wahl von Kursen für das kommende Schuljahr haben die meisten Schülerinnen und Schüler der kommenden 11. Jahrgangsstufe sich an die Mindestzahl gehalten.
    • Um die Schülerinnen und Schüler zeitlich zu entlasten, nutzen die meisten Gymnasien u.a. eine intensive Beratung, eine kompakte Stundenplangestaltung und eine Reduzierung der Tage mit Nachmittagsunterricht.

  2. Die Prüfungspraxis wurde an den Schulen u. a. an das Alter der Schülerinnen und Schüler der neuen Oberstufe angepasst:

    • 88 Prozent der abgefragten Schulen orientieren sich bei der Zahl der kleinen Leistungsnachweise an der Mindestzahl von zwei pro Halbjahr.
    • 73 Prozent der Schulen verzichten auf Stegreifaufgaben oder schränken ihre Zahl deutlich ein.
    • Viele Schulen vermeiden durch eine klare Terminplanung eine zu hohe Zahl von Leistungsnachweisen in der Woche.
    • Die Schulen gewährleisten die Vergleichbarkeit der Leistungsan forderungen zwischen neun- und achtjährigem Gymnasium.

  3. Ministerium und Schulen gaben Informationen zum doppelten Abiturjahrgang

    • Von Januar bis April haben Dialogveranstaltungen mit Vertretern von Schülern, Eltern und Lehrkräften aller 400 bayerischen Gymnasien stattgefunden. Die hier vermittelten Informationen über den doppelten Abiturjahrgang 2011 wurden an den Schulen konsequent weitergegeben;
    • 84 Prozent der Schulen luden zu Jahrgangsstufenversammlungen ein oder informierten die Schülerinnen und Schüler auf vergleichbaren Wegen;
    • an 39 Prozent der Schulen haben die Eltern zusätzlich eigene Informationsveranstaltungen durchgeführt.

  4. Die Schulen kooperieren intensiv mit der Arbeitswelt

    • 94 Prozent der Schulen finden leicht Projektpartner für das P-Seminar.
    • Die außerschulischen Partner der ca. 3.000 P-Seminare pro Jahrgang setzen sich sehr ausgewogen zusammen: 38% der Partner sind Unternehmen, 16% kulturelle Einrichtungen, 15% Behörden, 14% Hochschulen und Forschungseinrichtungen, 10% soziale oder kirchliche Einrichtungen.

  5. Zusätzliche Materialien geben Orientierung bei der Abiturvorbereitung

    • Die Bereitstellung der Sonderkontaktbriefe durch das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung und die zusätzlichen Erläuterungen zu den Abituraufgabenformaten wurden als hilfreich empfunden.
    • Best-Practice-Beispiele etwa zur Stundenplangestaltung und zur Netzwerkbildung bei P-Seminaren sind durchaus erwünscht.

"Ich bin froh, dass Ministerium und Schulen hier einen guten Weg finden, dass die Schülerinnen und Schüler die Anforderungen, die an sie gestellt werden, auch gut bewältigt werden können", fasste Minister Spaenle die Ergebnisse zusammen.

Bereits zuvor drei Erhebungen durchgeführt

Kultusminister Spaenle erinnerte: "Um die Einführung der neuen Oberstufe steuernd zu begleiten, habe ich nun insgesamt vier Erhebungen durchführen lassen."

  1. Im Frühjahr 2009 hatte er bei der ersten Erhebung die Oberstudiendirektoren hinsichtlich der Budgetausstattung zur Einführung der neuen Oberstufe befragt und ein zusätzliches Stundenbudget in Höhe von 3,6 Prozent bereitgestellt.

  2. Im Herbst 2009 hatte der Minister in einer zweiten Befragung die zeitliche Beanspruchung der Schüler erheben lassen und dabei Entlastungen durch die Um- und Abwahl von Fächern ermöglicht und die Ausrichtung der Leistungsnachweise auf Grundkursniveau angemahnt.

  3. Die Erhebung im Februar ergab die Vergleichbarkeit der Noten in G8 und G9.

Prozess zur Einführung der Oberstufe wird weiter begleitet

Minister Spaenle kündigte an: "Wir steuern den Prozess der Einführung der neuen Oberstufe konsequent weiter, zunächst bis die Schülerinnen und Schüler ihr Abiturzeugnis in den Händen halten können." Die rund 35.000 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 des achtjährigen Gymnasiums und die 35.000 Schülerinnen und Schüler des neunjährigen Gymnasiums werden sehr intensiv weiter begleitet. Dr. Spaenle ergänzte: "Wir stehen hier beiden Jahrgängen gegenüber in der Verantwortung."

Nach Ende des Schuljahres werden wieder die Halbjahresnoten des neunjährigen und des achtjährigen Gymnasiums (d. s. zugleich die Jahreszeugnisnoten der 11. bzw. 12. Jahrgangsstufe) ausgewertet, um zu überprüfen, ob diese erneut vergleichbar ausgefallen sind.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden