Bayern

Fachkommissionen für den Grundschullehrplan haben die Arbeit aufgenommen

Ihre Arbeit haben die Fachkommissionen für den neuen Grundschullehrplan aufgenommen. Zwei komplette Schuljahre sind dafür vorgesehen, die neuen Lehrpläne u. a. für die Fächer Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachunterricht für die Grundschule zu erstellen.

29.11.2011 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Die Arbeit wird vom Landesschulbeirat als dem Lehrplanbeirat sowie einem Fachbeirat intensiv begleitet. Der Konstituierung der Fachkommissionen, denen Lehrkräfte, Seminar- und Schulleitungen angehören, war eine Online-Erhebung unter den Lehrkräften an allen staatlichen Grundschulen vorausgegangen. "Es war unser Ziel, alle Betroffenen zu ihren Erfahrungen zu befragen und so ihre Anregungen bei der Neukonzeption des Lehrplans einzubinden", betonte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle mit Blick auf die Erhebung. Der Minister setzt bei wesentlichen Entscheidungen in der Bildungspolitik auf die Einbindung der Beteiligten. Dies hatte Dr. Spaenle bei der Einführung der Mittelschulverbünde auf der Basis von Dialogforen in den einzelnen Regionen ebenso praktiziert wie bei den Erhebungen zu Erfahrungen mit der Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums. "Schulische Bildung hat ihren Platz mitten in der Gesellschaft", so der Minister. "Entsprechend handeln wir." Wichtige Ergebnisse der Erhebung, an der rund 3.500 Lehrkräfte teilgenommen haben, in Kürze:

  1. Die große Mehrzahl der Lehrkräfte wertet den Lehrplan als "wichtiges Instrument", den Unterricht zu planen und um Gespräche mit Eltern zu führen. Sie kennen die Bildungsstandards, die dem Lehrplan und auf diesem aufbauend dem Unterricht zugrunde liegen.

  2. Den Umfang der Lehrpläne in Deutsch und Mathematik, aber auch z.B. in Englisch, Musik-, Kunst- und Sporterziehung, Werken/Textiles Gestalten stuft die Mehrzahl der Lehrkräfte als "angemessen" ein.

  3. Viele Lehrkräfte konstatierten eine Fülle von Themen im Lehrplan für Heimat- und Sachunterricht.

  4. Keine eindeutige Position der Lehrkräfte ergab sich beim pädagogischen und didaktischen Vorgehen wie z.B. hinsichtlich der Eignung des derzeit vermittelten Subtraktionsverfahrens (also der Methode, mit der das schriftliche Abziehen von Zahlen eingeübt wird) oder auch der Verwendung der Vereinfachten Ausgangsschrift.

  5. Große Akzeptanz erfährt der pädagogische Ansatz des Lehrplans, Bildungs- und Erziehungsaufgaben fächerübergreifend zu verankern. Dabei wünschen sich die meisten Lehrkräfte, dass Fragen der Sozial-, Werte- und Medienerziehung unmittelbar in den einzelnen Fachlehrplänen verortet werden.

Bis Sommer 2013 werden die Vorlagen der Fachkommissionen für den neuen Grundschullehrplan vorliegen, dann werden sie dem Genehmigungsverfahren unterzogen. Nach der Zustimmung des Kultusministers und des Landtags soll der Grundschullehrplan im Schuljahr 2014/2015 in zwei Schritten an den Schulen eingeführt werden. Im neuen Lehrplan wird die Kompetenzorientierung stärker im Mittelpunkt stehen als beim bisherigen. Dieser stammt aus dem Jahr 2000.

Die Ergebnisse der Online-Erhebung zum Grundschullehrplan sind auf der Homepage des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung eingestellt www.isb.bayern.de.


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