Folge des Finanzstreits zwischen München und dem Freistaat: 345 Schüler von städtischen Gymnasien abgewiesen

Zu einer schnellen Beilegung ihres jahrelangen Streits um die Finanzierung der städtischen Gymnasien hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt den Freistaat und die Stadt München aufgefordert. Schmidt kritisierte: "Man muss es fast als Irrsinn bezeichnen, dass die städtischen Gymnasien in München wegen dieses Streites auch heuer wieder 345 Schülerinnen und Schüler abweisen mussten – und das, obwohl fast alle städtischen Gymnasien Raumkapazitäten für diese neuen Schüler hätten. Als Folge der Abweisungen platzen fast alle staatlichen Gymnasien in München aus den Nähten. Daher werden sie wohl wieder Klassen mit 33 und mehr Schülern bilden müssen. Derzeit kann kein Verantwortlicher sicher sagen, an welche Gymnasien sich die Abgewiesenen wenden sollen. Eine solche Situation ist den betroffenen Schülern und Eltern weder vermittelbar noch zumutbar!"

19.05.2009 Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)

Hintergrund des Konfliktes: Höhe des Zuschusses zum städtischen Lehrpersonal

Hintergrund dieses seit Jahren wiederkehrenden und inzwischen unhaltbaren Zustandes ist der ungelöste Konflikt zwischen der Landeshauptstadt und dem Freistaat um die Beteiligung des Freistaats an der Höhe der Personalkosten für die städtischen Lehrerinnen und Lehrer und um den Bedarf an zusätzlichem Schulraum in München: In diesem Streit will die Landeshauptstadt seit Jahren eine deutliche Erhöhung des staatlichen Zuschusses an den Lehrpersonalkosten für die von den städtischen Gymnasien unterrichteten 12.000 Schüler durchsetzen, der derzeit de facto bei ca. 40 Prozent liegt.

Der bpv-Vorsitzende appellierte an die beiden Parteien: "Im Vordergrund müssen doch zuallererst die Kinder und deren Bedürfnisse stehen. Das sollten sich beide Seiten wieder stärker ins Bewusstsein rufen. Erwartungsfrohe und motivierte Schüler dürfen durch fortdauerndes politisches Gezänk nicht länger frustriert und demotiviert werden. Es ist daher höchste Zeit, zu einem für beide Partner tragfähigen Kompromiss zu finden."


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