Friesenschule Leer und Vechtetal Schule Nordhorn erfolgreich bei „Unterricht innovativ 2006“

„Zwei der bundesweit sechs erfolgreichen Projekte von „Unterricht innovativ 2006“ kommen aus Niedersachsen. Das zeigt, wie innovativ unsere Lehrerinnen und Lehrer sind. Unterricht darf auch mal außerhalb des Klassenzimmers stattfinden. Die ausgezeichneten Lehrkräfte aus Leer und Nordhorn haben mit Mut, Fantasie und viel Aufwand neue Unterrichtskonzepte entwickelt“, hat der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann heute (10.11.2006) den niedersächsischen Preisträgern aus der Europaschule Friesenschule (Leer) und der Vechtetal Schule (Nordhorn) zu ihrer erfolgreichen Teilnahme am Wettbewerb „Unterricht innovativ 2006“ der Stiftung Industrieforschung, des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und des Deutschen Philologenverbandes gratuliert.

10.11.2006 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium

262 Lehrerinnen und Lehrer in 119 Lehrerteams aus der ganzen Bundesrepublik haben erfolgreich bewiesen, wie fächerübergreifendes Lehren erfolgreich Lerninhalte vermittelt und Schüler im Unterricht zum Mitmachen anstiftet. Die Jury hat sechs besonders beispielhafte Projekte ausgewählt.

Den 3. Preis hat ein Lehrerteam von der Europaschule Friesenschule Leer für ihr Projekt „No Man’s Land“ erhalten. Eine Reise in das „No Man’s Land“ bildet das Herz dieses Projektes. Seit dem Jahr 2000 reisen jedes Jahr eine Klasse der Friesenschule und eine Klasse der Reepham High School in das flandrische Ypern in Belgien. Die Urenkel der Gegner von damals besuchen gemeinsam die Stätten des Grauens, um dort miteinander zu lernen und zu arbeiten. In den drei großen Ypernschlachten sind im Ersten Weltkrieg rund 500 000 Soldaten vieler Nationen gefallen. Ein Großteil von ihnen liegt auf den 170 Friedhöfen in der Region Ypern. Wer die Straße entlang fährt, sieht alle paar Minuten ein Hinweisschild auf einen Soldatenfriedhof. Wer aussteigt, steht immer wieder vor unendlichen Reihen weißer Kreuze, grauer Kreuze, weißer Grabsteine oder schwarzer Grabplatten. Dieses schier Unglaubliche erleben die Schülerinnen und Schüler nicht durch das Busfenster. Zweimal im Laufe der Projektwoche werden ausgedehnte Wanderungen zu unterschiedlichen Grabstätten unternommen. Das Projekt leistet einen aktiven Beitrag zum Gedenken, fördert die eigene nationale Identität in der Begegnung mit einer anderen Nation und im Spiegel der gemeinsamen Geschichte.

Einen Sonderpreis erhält ein Lehrerteam der Vechtetal Schule Nordhorn für ihr Projekt „Schulfirma – Schuki olé“. Die Idee in der Vechtetal Schule, einer Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung, einen Kiosk einzurichten entwickelte der Schülerrat. Um den Firmennamen zu finden wurde ein Schülerwettbewerb ausgerufen: „Schuki olé“, so lautet der Name der erfolgreichen Schülerfirma. Das übergeordnete Ziel des Projektes ist der Erwerb von Fähigkeiten, die im Berufsleben unverzichtbar sind und für nicht behinderte Schülerinnen und Schüler selbstverständlich erscheinen. Die Geschäftsidee ist klar: Die Schülerfirma „Schuki olé“ betreibt seit dem 28.02.2005 an vier Tagen in der Woche einen Kiosk mit angeschlossener Cafeteria. Neben belegten Brötchen auf Bestellung werden frisch zubereitete Sandwichtoast, verschiedene Getränke etc. angeboten. Damit wurde eine Unterrichtsform mit sehr hoher Praxisrelevanz gefunden. Es spricht grundsätzlich nichts dagegen, auch in einer Förderschule für geistige Entwicklung eine Schülerfirma zu gründen. Das Projekt läuft über drei Jahrgangsstufen, und gleichzeitig arbeiten in ihm 36 Schülerinnen und Schüler und 13 Lehrkräfte. Jede beteiligte Schülerin und jeder beteiligte Schüler erhält zum Abschluss ein Zertifikat mit dem Vermerk: „Hauptzweck der Firma ist die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen wie Selbstständigkeit, Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Verantwortungsbewusstsein.“


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