G8: Auf geht´s Spaenle

Die Grünen im Bayerischen Landtag werfen Kultusminister Spaenle Untätigkeit beim Problemfall achtjähriges Gymnasium (G8) vor. "Die Dauerbaustelle G 8 ist nach wie vor eine große Schwachstelle im bayerischen Bildungssystem und das, obwohl zum nächsten Schuljahr der erste G8-Jahrgang die Oberstufe erreicht und der letzte G9-Jahrgang ansteht", erklärt der schulpolitische Sprecher Thomas Gehring. Gerade in dieser entscheidenden Phase hätte Spaenle beherzt gegensteuern müssen. "Das Gymnasium ist noch längst nicht in ruhigen Gewässern, wie der Kultusminister glauben machen will." Neben überfüllten Klassen und immensen Leistungsdruck würden Kinder und Eltern auch unter der sozialen Auslese leiden. "Immer mehr Kinder müssen Nachhilfe nehmen, um den überfrachteten Stundenplan einigermaßen zu schaffen. Viele Eltern können sich das Gymnasium für ihr(e) Kind(er) eigentlich nicht mehr leisten", so Thomas Gehring.

11.05.2009 Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen

Nach Angaben des Berliner Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) geben Eltern bundesweit für kommerzielle Nachhilfe-Angebote durchschnittlich rund 1500 Euro im Jahr aus. Insgesamt nimmt in Deutschland jeder bzw. jede achte bis zehnte SchülerInn aktuell Nachhilfeunterricht, bei SchülerInnen im Sekundarbereich sogar jede(r) Vierte. Thomas Gehring: "Prekär daran ist, dass Eltern und SchülerInnen Nachhilfe als notwendige individuelle Förderung ansehen, die die Schule nicht zu leisten vermag. In punkto individuelle Förderung muss das Gymnasium besser werden; dafür braucht es entsprechende Rahmenbedingungen."

Für die Landtagsgrünen steht das Thema "bayerisches Gymnasium" längst auf der bildungspolitischen Agenda. In einem Fachgespräch wollen sie eine Zwischenbilanz ziehen und diskutieren, wo das G8 tatsächlich steht und wo weiterer politischer Handlungsbedarf besteht.


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