Ganztagsschule: ein Ziel - viele Wege

Der Auf- und Ausbau schulischer Ganztagsangebote spielt in der aktuellen Bildungsreformdebatte eine bedeutende Rolle. Bund und Länder investieren in eine erweiterte Infrastruktur. Und gemeinsam machen sich vielerorts PädagogInnen, außerschulische Kooperationspartner, Eltern und SchülerInnen auf den Weg zu einer neuen Art von Schule. Das DJI begleitet gemeinsam mit zwei weiteren Partnern (DIPF/IFS) in einer länderübergreifenden Studie die Entwicklung und Erprobung der unterschiedlichen Konzepte.

01.09.2006 Pressemeldung Deutsches Jugendinstitut - DJI

Mit dem Ausbau der Ganztagsschule stecken wir derzeit in einer der größten Umbruchphasen, die das deutsche Schulsystem seit Bestehen der Bundesrepublik erlebt hat. Über den Stand der Entwicklung informiert das Kapitel "Auf einen Blick".

Das ambitionierte Ganztagsschul-Projekt wird die gesamte Bildungslandschaft nachhaltig und positiv verändern, wenn es gelingt, alle zur Verfügung stehenden pädagogischen Instanzen für das Kindes- und Jugendalter vom Kindergarten über die Schule bis zur Jugendarbeit gleichermaßen zu mobilisieren und einzubinden. Die Familien und die bislang übliche Halbtagsschule reichen als Bildungsorte nicht mehr aus, um den Anforderungen an Bildung, Betreuung und Erziehung zu Beginn des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden. Ein integriertes Gesamtkonzept, das diese Trias erfolgreich unter einen Hut bringt, muss die Basis für die moderne Ganztagsschule sein.

Der Bedarf ist groß. Viele Eltern wünschen sich für ihre Kinder eine qualifizierte Betreuung auch am Nachmittag, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Vor allem die Kinder- und Jugendhilfe mit ihrer langjährigen Erfahrung in Sachen Kinderbetreuung sowie außerschulischer Kinder- und Jugendarbeit ist bei den Ganztagsprojekten als strategischer Partner der Schulen gefragt. Thomas Assmann vom Paritätischen Wohlfahrtsverband erläutert am Lippstädter Beispiel im "Blick von außen", wie solch eine Kooperation konkret aussehen kann.

Viele Kinder sind heute auf außerschulische Förderung am Nachmittag angewiesen, um die Lernziele zu erreichen. Sowohl die schulnahe Unterstützung dieser Kinder, als auch die Förderung besonders begabter SchülerInnen kann in der Ganztagsschule besser gewährleistet werden.

Außerdem bietet die ganztägige Schule mehr Zeit und Chancen für die eigentliche Erziehung. Denn zur Bildung gehören heute mehr denn je nicht nur kognitive Leistungen. Ebenso wichtig sind für die jungen Menschen die Entwicklung einer eigenen ethisch-moralischen Urteilskraft, eine zivilgesellschaftliche Haltung und die Befähigung zu einer verantwortungsvollen eigenständigen Lebensführung.

Dazu gehört übrigens auch, die SchülerInnen in die Entwicklung der Konzepte für die Ganztagsschule mit einzubeziehen und ihr Feedback zum Unterricht und den nachmittäglichen Angeboten verstärkt für die Qualitätssicherung zu nutzen. Wie dies aussehen kann, erläutert Bettina Arnoldt, die für das DJI an der Studie zur Entwicklung der Ganztagsschulen (StEG) mitarbeitet, im "Interview".

Politisch und pädagogisch ist das Ziel Ganztagsschule unwiderruflich definiert. Dass die Wege, die zur Etablierung dieses mutigen, flächendeckenden Pilotprojekts führen, sehr unterschiedlich aussehen können und durchaus auch sollen, ist ebenso unbestritten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.dji.de/thema/0609


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