Gegengewicht zu spickmich.de

Der Einführung des von Schulministerin Barbara Sommer angedachten Rückmeldesystems zur Lehrerbewertung steht der Realschullehrerverband NRW grundsätzlich offen gegenüber – wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Dieses Instrument kann aus Sicht des RLV ein wirkungsvolles Gegengewicht zu Portalen wie spickmich werden, in denen jeder im Schutz der Anonymität des Internets Lehrkräfte aus Frust, Spaß oder Langeweile diffamieren kann.

14.08.2009 Pressemeldung Verband Reale Bildung

"Grundvoraussetzung zur Einführung eines solchen Rückmeldesystems ist die Freiwilligkeit für Schulen und Lehrkräfte. Niemand darf zur Teilnahme gezwungen werden", betont RLV-Vorsitzende Brigitte Balbach. "Darüber hinaus dürfen die Daten ausschließlich für den internen schulischen Gebrauch bestimmt sein. Dann kann eine faire Rückmeldekultur entstehen, die es den Schulen ermöglicht, im Dialog zwischen Lehrern und Schülern eine inspirierende Lernatmosphäre mit hoher Unterrichtsqualität zu schaffen." Für Gespräche zur Ausgestaltung eines solchen Rückmeldesystems steht der RLV zur Verfügung.

Kritisch bleibt zum Schuljahresstart anzumerken, dass die Realschulen in NRW weiterhin auf Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen warten. Nach wie vor haben die Realschulen mit einem Wert von 21,09 die schlechteste Schüler-Lehrer-Relation aller Schulformen im Sek. I-Bereich und damit die größten Klassen (Schüler-Lehrer-Relation zum Vergleich: Hauptschule 17,98; Gesamtschule 19,45; Gymnasium 20,14). Nicht nur deshalb sind Lehrkräfte an Realschulen stark belastet.

Der RLV fordert daher eine Senkung der Pflichtstundenzahl. Sie liegt an Realschulen bei 28, an Gesamtschulen und Gymnasien aber nur bei 25,5. Notwendig sind auch Korrekturentlastungen. So können zum Beispiel standardisierte Prüfungsaufgaben wie die Lernstandserhebungen extern von wissenschaftlichen Hilfskräften korrigiert werden.

Jochen Smets, Pressesprecher

Ansprechpartner

Verband Reale Bildung

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