Gemeinsames Projekt:

Mobbing gehört zum Alltag an vielen deutschen Schulen. Auch in Hamburg werden immer wieder Kinder schikaniert, ausgegrenzt und bedroht. Immer mehr Schülerin- nen und Schüler, Lehrer und Eltern suchen Hilfe bei Beratungsstellen oder in Internetforen. Mit einem gemeinsamen Projekt wollen die Beratungsstelle Gewaltprävention im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) der Bildungsbehörde und die Techniker Krankenkasse (TK) jetzt gegen Mobbing an Hamburgs Schulen vorgehen. Das Projekt wird von der Hamburger Bürgerschaft unterstützt und startet nach den Sommerferien zunächst an zwölf Hamburger Schulen.

03.04.2007 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)

Dr. Christian Böhm, Leiter des Mobbing-Projekts am LI: "Wir verzeichnen eine Zu- nahme gemeldeter Vorfälle. Bei uns schlagen jedes Jahr mindestens 50 Fälle schwe- ren Mobbings auf, die Dunkelziffer ist jedoch weitaus größer, denn viele Betroffene haben Angst, sich jemandem anzuvertrauen oder wissen nicht, wo sie Hilfe finden."

Deshalb setzen die Bildungsbehörde und TK vor allem auf Prävention durch Aufklä- rung. York Scheller, Psychologe bei der TK: "Unser Ziel ist, Schülerinnen und Schüler, Lehrer und Eltern über Mobbing, die Mechanismen und mögliche Folgen aufzuklären."

Das Anti-Mobbing-Projekt startet an zwölf weiterführenden Schulen aller Schulfor- men in Hamburg. "Wir wenden uns zunächst an die Klassenstufen fünf bis sieben. In den neu zusammengestellten Klassen besteht häufig ein erhöhtes Risiko für Mob- bingkonflikte", erklärt Dr. Böhm. Welche Schulen an der Pilotphase des Projekts beteiligt sind, wird jetzt über ein Ausschreibungsverfahren entschieden, im Mai stehen dann alle zwölf Schulstandorte fest. Mit Beginn des neuen Schuljahres, startet das Anti-Mobbing-Projekt mit Angeboten für Projektwochen, Lehrerfortbildungen, Informationsmaterial etc..

Das Projekt geht auf Initiative von Prof. Dr. Riedesser, dem ärztlichen Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie vom Universitätsklinikum Eppendorf, zurück und wird von ihm und der Filmemacherin und Journalistin Manuela Lundgren unterstützt. Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig: "Ich freue mich, dass wir so kompe- tente und starke Partner für dieses Anti-Mobbing-Projekt gewonnen haben. Wir wer- den damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Schulfrieden in Hamburg leisten können."


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