Geplante Pflichtstundenreduzierung einkassiert: Klug setzt auf Konfrontation – GEW hält dagegen
"Bildungsminister Dr. Klug setzt auf Konfrontation. Die kann er kriegen", sagte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Mittwoch, 31. März 2010 in Kiel. Er reagierte damit auf die Ankündigung des Ministers, die Pflichtstundenzahl für Lehrerinnen und Lehrer an Regional- und Gemeinschaftsschulen nicht wie vorgesehen ab kommendem Schuljahr einheitlich auf 26 Pflichtstunden zu reduzieren.
01.04.2010 Pressemeldung GEW Schleswig-HolsteinDr. Klug will den bereits im Nachrichtenblatt veröffentlichten Pflichtstundenerlass wieder einkassieren. Konkret bedeutet das, dass sich die Pflichtstunden der Lehrkräfte an Regional- und Gemeinschaftsschulen weiterhin nach ihrer ursprünglichen Laufbahn richten. Obwohl sie dieselbe Arbeit machen, unterrichten gelernte Hauptschullehrer dann weiterhin 27,5, Realschullehrer 27 und Gymnasiallehrer 24,5 Pflichtstunden an Gemeinschaftsschulen. Diese Zahlen gelten auch für Regionalschulen, an denen aber keine Gymnasiallehrer unterrichten.
"Selbst 26 Stunden, wie im ursprünglichen Erlass geplant sind zu viel. Gemeinsamer Unterricht in vielschichtigen Lerngruppen stellt die Lehrerinnen und Lehrer vor große Herausforderungen. Das ist mit 27 oder gar 27,5 Pflichtstunden nicht zu machen", so der GEW-Landesvorsitzende.
Aus seiner Sicht werde immer deutlicher: "Der Horizont von Bildungsminister Dr. Klug endet am Gymnasium. Um die FDP-Klientel zu bedienen, will er dort Planstellen in sein vermurkstes G-8-G-9-G-Beides-Modell stecken. Gleichzeitig zieht er zum Beispiel den Gemeinschaftsschulen den Boden unter den Füßen weg. Sie will er nicht nur bildungspolitisch aushöhlen, sondern auch dadurch schwächen, dass die Lehrerinnen und Lehrer eine viel zu hohe Pflichtstundenzahl unterrichten müssen."
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