GEW NRW

Gesetzentwurf zur Umsetzung der VN-Behindertenkonvention an Schulen greift zu kurz

Die GEW fordert Nachjustierungen in zentralen Feldern beim 9. Schulrechtsänderungsgesetz, um die Lücken für einen gelingenden Inklusionsprozess zu schließen. Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf zur "Umsetzung der VN-Behindertenkonvention in den Schulen" wird aus der Sicht der GEW kein inklusives Bildungssystem in NRW auf den Weg gebracht.

04.06.2013 Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

"Wir begrüßen ausdrücklich die Entwicklung zu einem inklusiven Schulsystem und das Ansinnen der Landesregierung, dafür einen verlässlichen Rahmen zu schaffen", erklärte heute GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer aus Anlass der Landtagsanhörung zum Gesetzentwurf am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche. "Für das Gelingen des bereits angelaufenen Inklusionsprozesses greift der vorliegende Gesetzentwurf jedoch zu kurz. Vor allem bei der Prävention, bei den Qualitätsstandards und in der Lehrerversorgung sind Nachjustierungen erforderlich", forderte Schäfer.

Der Gesetzentwurf setze leider nur die zweite Anforderung der VN-Konvention um, in dem er die Teilhabe der Menschen mit Behinderungen am Unterricht der allgemeinen Schule schrittweise ermöglichen wolle. Zur Gewährleistung einer qualitativ hochwertigen inklusiven Förderung mache der Gesetzentwurf allerdings keine Aussagen. "Es gibt nicht einmal einen Stufenplan zur Errichtung eines inklusiven Schul- und Bildungssystems", monierte Schäfer.

Die GEW fordert gemeinsam mit dem DGB einen Anspruch auf präventive Förderung, verbindliche Qualitätsstandards für inklusive Schulen und kleine Klassen mit Doppelbesetzung. Maximal 20 Schülerinnen und Schüler, davon maximal fünf Kinder mit Behinderungen sollen von einer Regelschullehrkraft und von einer Sonderpädagogin oder einem Sonderpädagogen unterrichtet werden. In regionalen Fachzentren für Inklusion soll eine kontinuierliche fachliche Qualifizierung der Lehrkräfte, Austausch der multiprofessionellen Teams und intensive Beratung und Unterstützung der Schulen organisiert werden.


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