GEW fordert dritte Sportstunde

Auf einer gut besuchten Fachtagung "Sport macht schlau, Kunst macht klug…! "Weiche Fächer" im Abseits?" in der Akademie des Sports in Hannover warnte der stellvertre­tende niedersächsi­sche GEW-Vorsitzende Michael Strohschein eindringlich vor einer drohenden Entkernung von Sport, Musik, Kunst, Hauswirtschaft und Technik als voll­schulischem Angebot.

24.09.2007 Niedersachsen Pressemeldung GEW Niedersachsen

In der Diskussion um die eigenverantwortliche Schule und die Organisation des Ganz­tagesbe­triebes sei zunehmend zu beobachten, dass Deutsch, Fremdsprachen und Naturwissenschaf­ten einen neuen Schwerpunkt erhielten. Es bestünde die übergroße Gefahr, dass die "Qualität" von Schule im Kultusministerium und in der Öffentlichkeit nur als Tabellenplatz in der Rangfolge von internationalen, nationalen und regionalen Untersuchungen und Vergleichen wahrgenom­men würde. "Der Mensch ist aber mehr als PISA-Ergebnisse, Abschlussüberprüfungen, Fit­nesslandkarte und Vergleichsarbei­ten", so Strohschein.

Er erinnerte daran, dass sich das Kultusministerium mit dem skurrilen "Fitnesstest" einen Rie­senflop eingehandelt hatte. Dieser Fitnesstest sei damals die Vorübung des Rückzugs des Landes aus seiner Verantwortung für den schulischen Sportunterricht gewesen, der zu wesent­lichen Teilen in die Verantwortung der Sportvereine gegeben werden sollte. So wichtig die ergänzende Zusammenarbeit zwischen Sportverein und Schule auch sei, sie könne niemals den schulischen Sportunterricht ersetzen. Strohschein forderte deshalb neben der verstärkten Berücksichtigung aller "weichen Fächer" im Stundenansatz die dritte Sportstunde für alle Schul­stufen.

Nachdrücklich unterstützt werden diese Forderungen von neuesten Ergebnissen der Hirnfor­schung. Prof. Dr. Martin Korte (Braunschweig) wies auf der Tagung darauf hin, dass Bewegung, Denken und Lernen in einem engeren Zusammenhang stünden, als dies bisher bekannt gewe­sen sei. Vergleichende Studien hätten beispielsweise belegt, dass weniger Unterricht in den "harten" Fächern mit einem Mehr an Kunst, Sport und Musik zu gleichen Ergebnissen geführt hätten wie "harter" Fachunterricht im gleichen Zeitrahmen.

Weitere Informationen zum Thema: www.gew-nds.de

Ansprechpartner

GEW Niedersachsen

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden