GEW fordert neues Gutachten: Stellenberechnung des Schulministeriums fragwürdig

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat sich in den politischen Streit um Lehrermangel und Unterrichtsversorgung eingeschaltet und macht der Landesregierung den Vorwurf, das Versprechen, die Schulen des Landes ausreichend mit Lehrern zu versorgen, nicht eingehalten zu haben.

26.05.2009 Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

Die Ursache der Misere sieht die GEW in einer undurchsichtigen Stellenstatistik und einem hoch fragwürdigen System der Personalbedarfsberechnungen. Dies kann den realen Bedarf an jeder einzelnen Schule nicht exakt abbilden. Regelmäßig entsteht eine Versorgungslücke, weil bedarfsauslösende Faktoren wie Zusatzaufgaben, Fortbildungen und Anrechnungsstunden nicht genügend berücksichtigt werden. Deshalb fordert die GEW ein neues Gutachten zur Stellenbewirtschaftung, das hierüber Klarheit verschafft. Das letzte Gutachten stammt aus dem Jahr 1991 und zeigte bereits damals schwere Mängel auf, die zum Teil bis heute nicht behoben wurden.

"Es ist kein subjektiver Eindruck der Schulen, das es mit der Lehrerversorgung hinten und vorne nicht reicht. Das hat System", erklärte GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber heute in Essen anlässlich der Sitzung des Ausschusses für Schule und Weiterbildung im Düsseldorfer Landtag.

Zu wenig Lehrer heißt zu große Klassen

Konsequenz der Unterversorgung mit Lehrkräften sind zu große Klassen. Noch immer gibt es - der offiziellen Oktober-Statistiken des MSW zufolge - an den Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe I in NRW fast 6.300 Klassen mit 31 und mehr Schülerinnen und Schülern. In 50 % aller Klassen lernen 28 und mehr Kinder und Jugendliche.

"Die Landesregierung hat 2005 kleinere Klassen versprochen. An den Klassengrößen hat sich aber bis heute nichts verändert. Das belastet die Arbeit aller Lehrerinnen und Lehrer in besonderem Maße und bedeutet für Lehrer ungünstige Lernbedingungen", beklagt GEW-Chef Meyer-Lauber die aktuelle Situation.

Hintergrund:

Der Ausschuss für Schule und Weiterbildung des Landtages NRW debattiert am Nachmittag über Stellenangelegenheiten und Unterrichtsversorgung an den gut 6.000 Schulen in NRW und berät über die jährliche Verordnung zur Festlegung der Klassengrößen und der Arbeitszeit der Lehrkräfte.


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