GEW hat keine großen Erwartungen an den bayerischen "Bildungsgipfel"

Unter diesem Motto finden zur Zeit in der ganzen BRD Warnstreiks und Aktionen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft für einen angemessenen Tarifabschluss im Bereich der ArbeitnehmerInnen der Länder statt. 8 Prozent Steigerung, wenigstens aber 200 Euro mehr bedeuten unter Berücksichtigung der Inflation nur eine geringe Reallohnerhöhung. "Das Volumen dieser Forderung für 2 Millionen Landesbeschäftigte umfasst 7.5 Milliarden Euro und stellt damit nur einen kleinen Bruchteil, nämlich ca. 8 Prozent, der Summe dar, die für eine einzige Bank, die Hypo Real Estate, bereitgestellt wurde (Stand 22.01.09). Gute Bildungsarbeit muss gerecht bezahlt werden, deshalb ist die geforderte Entgeltsteigerung ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung", erläutert Ilona Deckwerth, stellvertretende Vorsitzende der GEW Bayern, die Forderung der Gewerkschaften.

11.02.2009 Bayern Pressemeldung GEW Bayern

Gleichzeitig, am 11. Februar, findet in München der Bayerische Bildungsgipfel statt. Hinter verschlossenen Türen, ohne pädagogische Fachleute und ohne Presse nehmen sich Staatsregierung und kommunale Spitzenverbände gerade einmal zwei Stunden Zeit, um die Weichen für die Bildung der Zukunft zu stellen. Dazu Gele Neubäcker, bayerische GEW–Vorsitzende: "Organisation und geplante Dauer erinnern uns an den Bildungsgipfel der Bundeskanzlerin im Oktober 2008: Schöne Worte und Absichtserklärungen, keine greifbaren Ergebnisse." Grundsätzlich begrüßt die GEW z. B. die geplante Übernahme der Verantwortung bzw. Trägerschaft für die Ganztagsschulen durch das Kultusministerium. Nötig ist aber ein schlüssiges Konzept, nach dem alle Schulen die Möglichkeit haben, "richtige" Ganztagsschulen, zu werden. Dazu gehört eine Rhythmisierung des Schultags für alle Kinder, ein Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen lernen, üben und bewegen. Die sog. "offenen Modelle" nur für Kinder, die Betreuung am Nachmittag "nötig haben", lehnt die GEW ab, denn sie stigmatisiert die Kinder.

Außerdem ist nicht nachvollziehbar, dass an "gebundenen Ganztagsschulen" das pädagogische Angebot kostenlos ist, an "offenen" aber von Eltern bezahlt werden muss. Mit der geplanten Einführung von 100 neuen Ganztagszügen pro Jahr dauert es noch Jahrzehnte, bis an den ca. dreieinhalbtausend staatlichen Schulen in Bayern je eine Ganztagsklasse eingeführt ist. Neubäcker: "Außerdem brauchen wir Qualitätsstandards für die pädagogische Arbeit an Ganztagsschulen. Pädagogische Fachkräfte, die über den klassischen Unterricht hinaus an Ganztagsschulen tätig sind, brauchen entsprechende Qualifikationen und müssen tariflich bezahlt werden! Gute pädagogische Arbeit und Billigjobs sind nicht vereinbar. Damit schließt sich der Kreis: Bildung ist MehrWert!"

Ansprechpartner

GEW Bayern

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