GEW Hessen gratuliert der Offenen Schule Waldau zum „Deutschen Schulpreis“

„Die GEW Hessen gratuliert der Offenen Schule Kassel-Waldau zum „Deutschen Schulpreis 2006“, der ihr heute von Bundespräsident Horst Köhler überreicht wurde“, so der Landesvorsitzende der GEW Hessen, Jochen Nagel.

11.12.2006 Hessen Pressemeldung GEW Hessen

„Dem pädagogischen Konzept der Integrierten Gesamtschule, die als Ganztagsschule arbeitet, wurde damit einmal mehr bescheinigt, dass guter Unterricht, gutes Schulklima und eine reiche Schulkultur zusammen gehören. Der Preis betont einen umfassenden Begriff von Schulqualität. Wir dürfen beim Blick auf schulische Leistungen eben nicht nur auf Testergebnisse schielen“, so Nagel weiter.

Die GEW Hessen sieht sich in der Auszeichnung auch in ihren eigene Forderungen bestätigt. Die Integrierte Gesamtschule Waldau praktiziert ein Konzept, mit einem veränderten Tagesrhythmus, beginnend mit einem offenen Anfang ab 7.30 Uhr und einem Ende um 16.30 Uhr. Dazwischen gibt es eine halbstündige Frühstückspause sowie eine einstündige Mittagspause mit Mittagessen und Freizeitmöglichkeiten. Aus einzelnen Fächer, wie z.B. Chemie, Physik und Biologie werden Lernbereiche gebildet, die auch ein fächerübergreifendes Lernen ermöglichen. Den unterschiedlichen religiös-kulturellen Hintergründen der Schülerinnen und Schüler wird unter anderem durch regelmäßige „Religionsgespräche“ Rechnung getragen. Gezieltes Methodentraining führt hin zum selbstständigen Lernen. Neben dem Freien Lernen praktiziert Waldau die Binnendifferenzierung. Eine äußere Differenzierung gibt es erst ab Klasse 7 in Englisch und Mathematik und ab Klasse 8 in Deutsch. In den Klassen 5 werden Integrationsklassen eingerichtet, in denen unter Mitarbeit von Sonderschulpädagogen behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam lernen. Außerdem erhalten alle Schülerinnen und Schüler während der sechs Schuljahre an der Offenen Schule Waldau sozialpädagogische und schulpsychologische Beratung durch Schulsozialarbeit und die Schulpsychologin.

„Die Auszeichnung der Offenen Schule Kassel-Waldau kann man durchaus als Schlag ins Gesicht der hessischen Bildungspolitik sehen. Zusammenführen statt Aussondern, Ganztagsschule mit verändertem Lernrhythmus statt Schule plus Betreuung, fächerübergreifender Unterricht statt Aufspaltung in Fächer sind hier nur einige Beispiele. Auch die personell bessere Ausstattung dieser Schule belegt die Notwendigkeit, dass die hessischen Schulen insgesamt personell besser ausgestattet sein müssen“, so Jochen Nagel abschließend.

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