GEW ruft zum Warnstreik am 28. Januar auf - Unterrichtsausfall eingeplant

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat ihre Mitglieder aufgefordert, am Mittwoch, den 28. Januar, die Arbeit an den Schulen in NRW niederzulegen. Statt zu unterrichten sollen sich die angestellten Lehrkräfte zu einer landesweiten Streikversammlung in Düsseldorf einfinden. Gleichzeitig sammelt die GEW Unterschriften von beamteten Lehrkräften, die ihrer Schulleitung bekunden, dass sie keine Streikbrechertätigkeit leisten und den Unterricht von streikenden Kollegen nicht übernehmen. Deshalb wird es auch hier und da zu Unterrichtsausfall kommen.

23.01.2009 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

Mit diesem Warnstreik will die GEW ihre Aktionsbereitschaft in der derzeit laufenden Tarifrunde für den öffentlichen Dienst signalisieren. Die GEW NRW fordert eine Gehaltserhöhung von 8 % für die über 70.000 Tarifbeschäftigten an den Schulen und Hochschulen. Der Tarifabschluss soll zeitgleich auf die rund 150.000 Beamtinnen und Beamten im Schuldienst übernommen werden. Nach ergebnislosen Auftakt am 19. Januar steht am Montag, den 26. Januar, die zweite Verhandlungsrunde der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in Berlin an.

"Wer gute Bildung will, muss auch gut bezahlen", begründete GEW-Vorsitzender Andreas Meyer-Lauber die Tarifforderung seiner Gewerkschaft heute in Essen. Die Forderung der Gewerkschaften sei bezahlbar. Sie orientiere sich am Tarifabschluss für Bund und Kommunen aus dem letzten Jahr. Eine kräftige Lohnerhöhung für Lehrer und Sozialpädagogen in den Schulen und Wissenschaftler in den Hochschule sei auch für die Belebung der Konjunktur notwendig, weil sie die Binnennachfrage stärke.

Das Tarifergebnis soll zeitgleich auf die Beamtinnen und Beamten im Schul- und Hochschuldienst übertragen werden. "Nach den hohen Einkommensverlusten in den letzten sechs Jahren haben sie allen Grund, uns aktiv zu unterstützen", appellierte der GEW-Landesvorsitzende an ihre aktive Solidarität. Nach objektiven Zahlen hat z.B. ein Studienrat seit 2002 gut 8% seines Realeinkommens verloren.

Hintergrund:

Länder haben keinen Verhandlungsbedarf bei Lehrkräften

Neben der linearen Entgelterhöhung will die GEW eine bessere Eingruppierung der angestellten Lehrkräfte erreichen. Die Länder lehnen es derzeit ab, die Bezahlung der Lehrkräfte zu verbessern. Die GEW strebt an, die Eingruppierung von Lehrkräften endlich zu tarifieren; bisher entscheiden darüber allein die Länder als Arbeitgeber (Tarifgemeinschaft deutscher Länder, TdL). Nach Ansicht der TdL bestünde hierzu kein Handlungsbedarf. Die Engpässe, mit denen eine Reihe von Ländern bei der Gewinnung junger Lehrerinnen und Lehrer zu kämpfen hätten, sind nach Aussage der TdL "in den einzelnen Bildungsministerien hausgemacht". Es bestünde kein Grund, die schwierige Situation bei der Personalgewinnung zu dramatisieren.

Internet-Link: www.gew-nrw.de/presseinfos/Presse200902.cfm


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden