Niedersachsen

GEW übergibt Studie zur Situation Teilzeitbeschäftigter an Ministerin Heiligenstadt

Wencke Hlynsdóttir, Leiterin des Referats Frauenpolitik und Rüdiger Heitefaut vom Referat Tarif- und Beamtenpolitik der GEW Niedersachsen haben im Niedersächsischen Landtag die GEW-Studie "Be- und Entlastungen familienbedingter Teilzeitkräfte an Niedersachsens Schulen" der niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt übergeben.

31.10.2013 Pressemeldung GEW Niedersachsen

Die Ministerin dankte im anschließenden Gespräch der GEW für die Untersuchung zur Situation Teilzeit¬beschäftigter.

Wencke Hlynsdóttir schilderte die Hintergründe der Studie. Ausgangspunkt waren in den letzen Jahren zunehmende Anfragen und Beschwerden zur Umsetzung des Erlasses "Besondere Regelungen für teilzeitbeschäftigte und begrenzt dienstfähige Lehrkräfte" vom 3.11.2009.

Zwar gebe es in dem Erlass für Lehrkräfte, die aus familiären Gründen wegen Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen ihre Arbeitszeit reduziert hätten, einige durchaus entlastende Bestimmungen. Die Studie habe aber gezeigt, dass die Umsetzung in vielen Fällen noch sehr zu wünschen übrig lasse. Insbesondere betreffe dies die außerunterrichtlichen Tätigkeiten. Hier seien vor allem die Schulleitungen in der Pflicht, auf die familiären Belange stärker Rücksicht zu nehmen.

Rüdiger Heitefaut regte an, dass im Ministerium die Ergebnisse der Untersuchung genutzt werden sollten, um den Erlass noch einmal zu überprüfen und Erleichterungen noch präziser und verbindlicher zu regeln.

Ministerin Heiligenstadt betonte, dass auch die Landesregierung ein Interesse an der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf habe. Sie sagte eine Prüfung der Studie in ihrem Hause zu.

Die Studie steht auf der GEW-Homepage www.gew-nds.de unter "Arbeitsplatz" zum Download bereit.

Hintergrundinformation:

Die GEW hat eine Befragung unter Teilzeitbeschäftigten durchgeführt, an der sich 577 Lehrkräfte beteiligt haben, die aus Gründen der Betreuung und Pflege ihre Arbeitszeit reduziert haben. Die Auswertung wurde von Nikola Borosch, M.A., durchgeführt.

Haupterkenntnis der Untersuchung war, dass die rechtlichen Bestimmungen und die Realität an den Schulen sehr weit auseinanderklaffen. Eine Schlüsselrolle kommt dabei den Schulleitungen zu, die vielfach mit der Begründung, eine Erleichterung sei wegen der Stundenplangestaltung leider nicht möglich, Entlastungen nicht gewähren.

Die befragten Teilzeitkräfte wiesen insbesondere auf das Problem hin, dass sie gerade bei den nicht unterrichtlichen Tätigkeiten wie Vollzeitkräfte behandelt würden.

Ziel der GEW ist es, aus familiären Gründen Teilzeitbeschäftigten verbindliche Ansprüche auf Entlastungen an der Schule zu garantieren.

Das Land Niedersachsen sollte daher die entsprechenden Vorschriften im Sinne Teilzeitbeschäftigter verbindlicher regeln.

Lehrkräfte, die wegen Problemen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärker reduzieren als nötig oder sich sogar beurlauben lassen müssen, fehlen in den Schulen.

Ansprechpartner

GEW Niedersachsen

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